Das neue radioaktive Kontrastmittel markiert besonders Metastasen besser als gängige Substanzen. - Quelle: Abteilung Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg.
Forschung

Mit radioaktiven Wirkstoffen Tumoren gezielt bekämpfen

4. März 2012 Detlef Hoewing 0

Krebszellen in Prostatatumoren und ihren Tochtergeschwülsten tragen an ihrer Oberfläche ein Eiweiß, das im menschlichen Körper sonst sehr selten ist. Diese Eigenschaft nutzen Nuklearmediziner der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg in neuen Diagnose- und Therapieverfahren: Mit maßgeschneiderten radioaktiven Wirkstoffen, die ausschließlich an dieses Eiweiß binden, wird der Tumor für die Bildgebung markiert oder von innen heraus bestrahlt. Das neue radioaktive Kontrastmittel markiert besonders Metastasen besser als gängige Substanzen. - Quelle: Abteilung Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg.Gesundes Gewebe wird dabei geschont. Nun wollen die Wissenschaftler diese Verfahren, die bisher nur am Universitätsklinikum Heidelberg angeboten werden, weiterentwickeln und den Einsatz bei anderen Krebserkrankungen prüfen. Die Klaus Tschira Stiftung unterstützt sie dabei in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 436.500 Euro.

Prostatakrebs ist in Deutschland die häufigste Tumorerkrankung des Mannes, rund 15.000 Männer sterben jährlich daran. Da Beschwerden erst spät auftreten, haben sich zum Zeitpunkt der Diagnose häufig bereits Tochtergeschwülste gebildet. Um Tumor und Metastasen lokalisieren und präzise bestrahlen zu können, verwenden die Mediziner sehr geringe Mengen eines radioaktiv markierten Medikaments, das, in die Blutbahn injiziert, bevorzugt an Tumorzellen bindet bzw. von diesen aufgenommen wird. Mit Hilfe der Positronen-Emissionstomographie (PET) kann selbst diese geringe, ungefährliche Konzentration radioaktiver Strahlung im Gewebe dargestellt werden. Nebenwirkungen treten nicht auf.

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Foto: Das 3-D-Mikroskopiesystem
Forschung

Krebs mit radioaktiven Mikropartikeln besiegen

19. Mai 2009 Detlef Hoewing 0

Mikropartikel aus Albumin (15 - 25 Mikrometer Durchmesser) im Rasterelektronenmikroskop. - Quele: idwDie Volkskrankheit Krebs kann heute in vielen Fällen geheilt werden, doch Menschen, die etwa an Leberkrebs erkrankt sind, haben immer noch eine schlechte Prognose. Hinzu kommt, dass Metastasen von anderen Krebsarten ebenfalls in die Leber streuen können, und auch hier kann die Leber als äußerst sensibles Organ nur eingeschränkt operiert oder strahlentherapeutisch behandelt werden. Ein neuer Ansatz zur Krebstherapie basiert auf radioaktiven Mikropartikeln, deren Strahlung direkt vor Ort die Krebszellen in der Leber vernichten und das gesunde Gewebe schonen soll.

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