Preisträgerin Dr. Kristin Stock Foto: privat

Ausgezeichnete Doktorarbeit: Stammzellen bekämpfen Hirntumor

1. November 2013

Preisträgerin Dr. Kristin Stock  Foto: privatDen Nachwuchswissenschaft-
lerinnen-Preis 2013 des Forschungsverbundes Berlin e.V. erhält Dr. Kristin Stock für ihre Dissertation am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC). In ihrer Arbeit hat sie aufgeklärt, wie körpereigene Stammzellen Hirntumore bekämpfen. Dieses Verständnis kann als Basis für einen neuen Therapieansatz dienen. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird am 6. November feierlich überreicht.

Das Glioblastom ist einer der häufigsten und bösartigsten Hirntumore. Diese Krebsart tritt überwiegend in höherem Alter auf. Dr. Kristin Stock konnte in ihrer Dissertation zeigen, wie der hirneigene Schutzmechanismus im jungen Gehirn funktioniert, der auf der Aktivität von neuralen Stamm- und Vorläuferzellen basiert. Dabei ummanteln die Stammzellen den Tumor und treiben die Tumorzellen in den Zelltod.

 

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In Leukämiezellen (hier lila) wird durch das neue Medikament der Signalweg zum natürlichen Absterben wieder freigemacht. Foto: Universitätsklinikum Ulm

Neue DFG-Forschergruppe für Stammzellenforschung

24. Oktober 2013

Welche Rolle spielt die Umgebung der blutbildenden Stammzellen bei Leukämie und Lymphom?

Eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschergruppe wird künftig die Untersuchung der Umgebung von blutbildenden Stammzellen vorantreiben. Sprecher der Gruppe ist Privatdozent Dr. Robert Oostendorp von der III. Medizinischen Klinik für Hämatologie/Onkologie des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München. Ziel ist es, die unmittelbare Umgebung der Blutstammzellen im Knochenmark besser zu verstehen, um mit diesem Wissen Krankheiten des Blut- und Lymphsystems besser behandeln zu können. Die DFG fördert die Gruppe mit 2,5 Millionen Euro zunächst für drei Jahre.

Dass Stammzellen, die für die Blutbildung verantwortlich sind, im Knochenmark vorkommen, ist bekannt. Wie wichtig auch ihre unmittelbare Umgebung, die so genannte hämatopoetische Nische, ist, wird jedoch erst seit kurzem genauer untersucht. Die Forscher vermuten, dass die Nische zwei wichtige Funktionen erfüllt: Zum einen gehen sie davon aus, dass die Blutstammzellen in der Nische ruhig gehalten werden und in Stresssituationen, wie bei Wunden oder Infektionen, aber auch bei Bestrahlungen oder Chemotherapie, vom Körper freigesetzt werden, um neues Blut zu bilden. Zum anderen nehmen sie an, dass eine kontinuierliche Freisetzung von Blutstammzellen Krebs verursachen könnte. Neue Blutzellen entstehen durch Zellteilung, bei jeder Teilung entstehen bis zu 1.000 Mutationen, von denen jedoch nur ein Teil repariert werden kann. Unreparierte Mutationen könnten langfristig Krebserkrankungen wie Leukämie oder Lymphome auslösen.

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Strahlentherapie - Quelle: Deutsche Krebshilfe

Biomarker unterstützen Strahlentherapie von morgen

15. August 2013

Tumorstammzellen erkennen, markieren, angreifen

Berlin – Die Strahlentherapie von Krebserkrankungen könnte in Zukunft gezielt auf Stammzellen ausgerichtet werden, die für Tumorwachstum und Metastasenbildung verantwortlich sind. Um Tumorstammzellen im Körper von Krebspatienten aufzuspüren, arbeiten deutsche Wissenschaftler derzeit an der Entwicklung spezieller Biomarker: Gelingt es, die gefährlichen Krebszellen mithilfe der Marker sicher zu orten, könnten sie mit leistungsstarken Bestrahlungsgeräten ins Visier genommen und „abgetötet“ werden. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) wird das Erkennen und Markieren von Tumorstammzellen die Krebsbehandlung in Zukunft grundlegend verändern.

Krebstumoren wurden lange Zeit als eine Masse gleichartiger Zellen angesehen, die sich unkontrolliert vermehren und in der Lage sind, Metastasen auszubilden. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler jedoch erkannt, dass nicht alle Krebszellen gleich sind. Diese Heterogenität der Tumorzellen wird in der Forschung mit zwei unterschiedlichen Modellen zu erklären versucht. Das eine geht davon aus, dass der Tumor biologisch homogen ist und alle Krebszellen die Fähigkeit haben, das Tumorwachstum anzustoßen. Das andere Modell geht von einem grundlegenden Unterschied zwischen den Krebszellen aus. Professor Dr. med. Michael Baumann von der Technischen Universität Dresden und Präsident der DEGRO: „Zum unbegrenzten Wachstum tragen im Wesentlichen nur einige wenige Stammzellen bei.“ Im Tierexperiment könne man sehen, dass die Tiere erkranken, wenn Tumoren mit Stammzellen verpflanzt werden. Ohne Stammzellen im Tumor blieben die Tiere gesund, erläutert der DEGRO-Präsident.

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Prof. Uta Dirksen mit ihrem Kollegen Dr. Konstantin Agelopoulos aus der Medizinischen Klinik A bei der Arbeit im Labor Foto: WWU/DU

Knochenmarkkrebs: Hamburger Forscherin arbeitet an Therapie für die bislang unheilbare Krankheit

5. Oktober 2012

Ein Hamburger Forscherteam um Dr. Mascha Binder arbeitet an einer Therapie für das bisher unheilbare Multiple Myelom. Bei dieser Form des Knochenmarkkrebses vermehren sich Antikörper-produzierende Zellen, die sogenannten Plasmazellen, unkontrolliert. Obwohl viele Patienten auf eine Chemotherapie zunächst ansprechen, erleben sie in der Regel einen Rückfall ihrer Erkrankung. Binder vermutet: „Durch die gängigen Verfahren werden lediglich die bösartigen Plasmazellen abgetötet, nicht aber deren unreifere Krebsvorläuferzellen“. Daher will die Fachärztin diese entarteten Stammzellen unter die Lupe nehmen und Strategien entwickeln, wie diese gezielt abgetötet werden können.

Während im gesunden Organismus das blutbildende System eine Vielzahl unterschiedlicher Plasmazellen hervorbringt, kommt es beim Multiplen Myelom auf noch nicht abschließend geklärte Weise zur bösartigen Vermehrung eines einzelnen Plasmazellklons im Knochenmark. Die betroffenen Patienten leiden u.a. unter Knochenbrüchigkeit, Nierenversagen und Blutarmut.

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MRT-Bildgebung des Gehirns (C) Klaus Scheffler / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen

Gehirntumoren in den Tod treiben

22. Juli 2012

Stammzellen im Gehirn können entarten und Krebs auslösen. Das junge Gehirn scheinen sie aber vor bestimmten Tumorarten zu bewahren, indem sie die Krebszellen abtöten. Dies könnte therapeutisch genutzt werden – auch bei älteren Patienten. Bei einer durchschnittlichen Überlebenszeit von wenigen Monaten nach der Diagnose ist das Glioblastoma multiforme eine der bösartigsten Krebserkrankungen des Menschen.

Es ist ein Vertreter von Gehirntumoren,die wohl aus genetisch mutierten Stammzellen des Gehirns hervorgehen – und bislang auch durch eine operative Entfernung, eine Strahlenbehandlung,eine Chemotherapie oder eine Kombination dieser Maßnahmen kaum geheilt werden können.

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MRT-Bildgebung des Gehirns (C) Klaus Scheffler / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen

Neuronale Stammzellen zerstören Hirntumore

22. Juli 2012

Stammzellen des Gehirns bekämpfen in jungen Jahren Hirntumore wie zum Beispiel Glioblastome, die zu den häufigsten und bösartigsten Tumoren gehören. Jetzt haben Forscherinnen und Forscher vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin einen neuen Mechanismus entschlüsselt, mit dem Stammzellen das junge Gehirn vor diesen Tumoren schützen. Danach setzen die Stammzellen Substanzen frei, die bei den Tumorzellen einen Ionenkanal aktivieren, der eigentlich als Geschmacksrezeptor für Chilipfeffer bekannt ist. Diese Aktivierung löst bei der Tumorzelle Stress und damit ihren Zelltod aus (Nature Medicine, http://dx.doi.org/10.1038/nm.2827)*.

Glioblastome können trotz Operation, Strahlen- oder Chemotherapie oder einer Kombination dieser drei Behandlungsmaßnahmen, nicht geheilt werden. Vor einigen Jahren hatte die Forschergruppe von Prof. Helmut Kettenmann vom MDC gezeigt, dass neuronale Stammzellen zu Glioblastomen wandern und sie angreifen. Die neuronalen Stammzellen schütten ein Protein aus (BMP- Protein – bone morphogenetic protein), das direkt die Tumorstammzellen angreift. Tumorstammzellen sind nach heutigen Erkenntnissen der Forschung die eigentliche Ursache dafür, dass ein Tumor immer wieder ausbricht.

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Stammzell-Therapie - Quelle: Bayern Innovativ, co.don AG

Stammzellen – ein Jungbrunnen für Patienten

12. März 2012

Stammzell-Therapie - Quelle: Bayern Innovativ, co.don AGDie Bayern Innovativ GmbH konzipiert und organisiert im Rahmen ihres internationalen „Netzwerk Life Science“ gemeinsam mit Partnern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg das erste Kooperationsforum „Zellbasierte Therapien“ am 27. März 2012 in Erlangen. Als Partner eingebunden sind das Bayerische Immuntherapie-Netzwerk BayImmuNet und der Cluster Biotechnologie Bayern. Ziel des Forums ist es, über aktuelle Entwicklungen und Technologien aus Wissenschaft und Wirtschaft im Gebiet zellbasierter Therapien zu informieren.

Stammzellen bieten erfolgversprechende therapeutische Möglichkeiten für die regenerative Behandlung vieler Krankheiten von Krebs bis hin zu Multipler Sklerose oder Parkinson. In den letzten drei Jahrzehnten konnten Biowissenschaftler die molekularen und zellulären Mechanismen dieser Alleskönner mehr und mehr entschlüsseln. Nun geht es darum, diese Forschungsergebnisse vom Labor in die Produktion und in die Klinik bis hin zu marktfähigen Produkten umzusetzen. Das erfordert ein Zusammenspiel von Akteuren aus verschiedensten Bereichen – Wissenschaft, Technik, Kliniken und Genehmigungsbehörden.

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Schematische Darstellung wie die Leber während der Behandlung vom restlichen Kreislauf abgekoppelt wird. - Quelle: Delcath

Diagnose Lebertumor: Stammzellen verkürzen Wartezeit bis zur Leberresektion

29. Februar 2012

Sind Patienten an bösartigen Lebertumoren oder Lebermetastasen erkrankt, ist eine Leberresektion die derzeit einzig mögliche kurative Therapie. Oft jedoch ist das geplant verbleibende Leberrestvolumen zu klein, um den Patienten sofort operieren zu können. In solchen Fällen ist eine spezielle Vorbehandlung über mehrere Wochen nötig, mit der die verbleibende Restleber zum Wachstum angeregt wird. Einem Forscherteam um Prof. Dr. Jan Schulte am Esch und Prof. Dr. Wolfram Trudo Knoefel vom Universitätsklinikum Düsseldorf ist es nun erstmals gelungen, diese Wachstumszeit mit Hilfe von Stammzellen um die Hälfte zu verkürzen. Ihre Studie, an der auch Dr. Moritz Schmelzle, welcher inzwischen am Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) Leipzig sowie am Universitätsklinikum Leipzig tätig ist, mitgewirkt hat, liefert die weltweit ersten Langzeitergebnisse einer therapeutischen Applikation von Stammzellen zur Steigerung der Leberregeneration. Sie wurde jetzt in der Fachzeitschrift Annals of Surgery veröffentlicht.

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Wie tragen die adenoviralen Proteine zur Transformation einer Zelle bei? - Quelle: Timo Sieber

Viren in Stammzellen bekämpfen Krebs

28. September 2008

Stuttgart – Mit Erkältungsviren beladene Stammzellen verdreifachen die Überlebenszeit von an Brustkrebs erkrankten Mäusen. Zu diesem Ergebnis kommt eine in der Fachzeitschrift „Geburtshilfe und Frauenheilkunde“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) veröffentlichte Studie. Für ihre Forschung verlieh der Georg Thieme Verlag am 16. September 2008 in Hamburg gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) den GebFra-Preis an die Autorin Dr. med. Mariam Alexandra Stoff-Khalili-Araghi, Köln. Der mit 5 000 Euro dotierte Preis würdigt die Arbeit „Stammzellen als zelluläre Vehikel virotherapeutischer Agenzien beim metastasierenden Mammakarzinom“ (GebFra 2007, 67:236-241).

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