Rot gefärbt sind ehemals bösartige Tumorzellen (Melanomzellen), die im Rahmen der natürlichen Immunkontrolle in den dauerhaften Wachstumsstopp, die Seneszenz (rote Markierung) übergegangen sind. Braun gefärbt sind noch verbleibende Pigment beladene Zellen. Universitätsklinikum Tübingen

Aktuell publiziert in Nature – Immunsystem treibt Krebs in Dauerschlaf

6. Februar 2013

Rot gefärbt sind ehemals bösartige Tumorzellen (Melanomzellen), die im Rahmen der natürlichen Immunkontrolle in den dauerhaften Wachstumsstopp, die Seneszenz (rote Markierung) übergegangen sind. Braun gefärbt sind noch verbleibende Pigment beladene Zellen. Universitätsklinikum TübingenEinem Forscherteam um Prof. Dr. Martin Röcken von der Hautklinik des Universitätsklinikums Tübingen gelang es erstmalig zu zeigen, dass Immunantworten Krebs und Krebszellen in einen Dauerschlaf versetzen können (1). Dieser Dauerschlaf führt zu einem permanenten Wachstumsstillstand, wissenschaftlich Seneszenz (2, 3) genannt.Da mit klassischen Methoden der Krebsbekämpfung eine vollständige Krebseradikation („Krebsbeseitigung“) oft nicht möglich ist, verursachen die überlebenden, wieder wachsenden Krebszellen die Bedrohung. Die neuen Daten erklären jetzt, wie Immunität und Immuntherapien den Krebs domestizieren und das Auswachsen von Krebs verhindern können (1, 4).

Prof. Martin Röcken, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hautklinik erläutert die Ausgangslage bei der Bekämpfung der Krebskrankheiten: „Bis heute ist es ein wichtiges Ziel der Krebstherapie, möglichst alle Krebszellen zu töten. Doch zeigen die letzten 50 Jahre, dass überlebende Krebszellen auch nach intensiver, Zell-tötender Therapie wieder wachsen und Metastasen verursachen können. Schon lange wird daher“, so Prof. Röcken „Zweifel an der einseitig auf Zerstörung ausgerichteten Strategie der Krebstherapie geäußert. Es wird nach neuen Wegen gesucht, Krebs zu domestizieren, wie „The Lancet“ und weitere aktuelle Publikationen hervorheben (5, 6, 7).“

 

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