Tanorexie: Sucht nach Bräune erhöht Hautkrebsrisiko

Solarium - pixabay

Deutsche Krebshilfe warnt vor häufigen Solarienbesuchen

Bonn (sts) – Die Sehnsucht nach Licht, Wärme und gebräunter Haut treibt viele Menschen ins Solarium. Aber jeder Solarienbesuch erhöht das persönliche Hautkrebsrisiko. „Wird das Bräunen zur Sucht, vervielfacht sich insbesondere die Gefahr am aggressiven malignen Melanom zu erkranken, dem sogenannten ‚schwarzen‘ Hautkrebs“, sagt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Unter www.krebshilfe.de bietet die gemeinnützige Organisation daher umfassende Informationen zum Thema Hautkrebs durch UV-Strahlen.

Extremes, zwanghaftes Bräunen der Haut wird als Tanorexie bezeichnet. Der Begriff leitet sich ab von dem englischen Verb für bräunen „tan“ und Anorexia nervosa, der Bezeichnung für Magersucht. Wie bei der Magersucht liegt auch bei der Tanorexie ein verzerrtes Selbstbild vor. Obwohl diese Menschen bereits übermäßig gebräunt sind, empfinden sie sich selbst als blass und damit unattraktiv. Bei Verzicht auf So-larium und Sonnenbäder leiden viele der Betroffenen vermehrt an Nervosität, Zittern, depressiven Verstimmungen und einem starken Drang nach Sonnenlicht.

Die Betroffenen gefährden durch ihr krankhaft übertriebenes Streben nach Hautbräune massiv ihre Gesundheit. Ihr Melanomrisiko ist extrem erhöht“, betont Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) und Mitglied im Fachausschuss ‚Krebs-Früherkennung‘ der Deutschen Krebshilfe. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass sich das Risiko, am aggressiven malignen Melanom zu erkranken, verdoppelt, wenn Solarien bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig einmal im Monat genutzt werden. Bräunungssüchtige jedoch gehen wöchentlich, im Extremfall auch täglich ins Solarium.

Übermäßige ultraviolette Strahlung aus Sonne und Solarien stuft die Weltgesundheitsorganisation als krebserregend ein. UV-Strahlen sind der größte Risikofaktor für das Entstehen von Hautkrebs. Deutschlandweit ist Hautkrebs inzwischen die häufigste Tumorart: Etwa 224.000 Menschen erkranken jährlich neu daran, 26.000 davon am malignen Melanom. Der „schwarze“ Hautkrebs ist besonders gefährlich, da er bereits sehr früh Tochtergeschwulste bildet und dann oft nicht mehr heilbar ist. Zunehmend werden Melanome bei jüngeren Menschen diagnostiziert, insbesondere bei Frauen. Experten machen häufige Solariengänge für diesen Trend verantwortlich.

UV-Strahlen bewirken, dass der Körper sogenannte Glückshormone ausschüttet. Experten gehen davon aus, dass diese einer körpereigenen Droge ähnelt, die körperlich und psychisch abhängig machen kann. „Noch ist die Tanorexie nicht als Suchterkrankung anerkannt, da großangelegte Studien fehlen“, so Breitbart.

„Gerade junge Menschen hoffen, durch einen Solarienbesuch ihr ‚Wohlbefinden‘ und ihre ‚Attraktivität‘ zu steigern. Sie sind besonders gefährdet, langfristig ein krankhaftes Bräunungsverhalten zu entwickeln“, so Nettekoven. „Die Hautkrebsgefahr, die von UV-Strahlen der Solariengeräte ausgeht, wird von ihnen jedoch massiv unterschätzt“. Daher bietet die Deutsche Krebshilfe Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Internet unter www.rosi-hat-schwein-gehabt.de zielgruppenspezifische Infos zum Thema Hautkrebs und Solarien. Dazu gehört auch die Mobile Application „App in den Schatten“. Hier kann jeder seine Freunde mit dem Smartphone im Zeitraffer altern lassen und die zunehmende Hautalterung als sichtbare Folge übermäßiger UV-Strahlen erleben.

Zudem bietet der Präventionsratgeber „Ins rechte Licht gerückt. Krebsrisikofaktor Solarium“ Interessierten umfangreiche Informationen. Dieser Ratgeber ist kostenfrei erhältlich bei: Deutsche Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, Telefonnummer 02 28/ 7 29 90-0 und unter www.krebshilfe.de.

Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe e. V.


Krebszeitung

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    Forscher aus Jena haben ein Verfahren entwickelt, das die Suche nach Krebsherden anhand von Metastasen deutlich verbessern kann. Ihre Ergebnisse veröffentlichen sie jetzt im Fachjournal „Analyst“.

    Metastasen sind der wahre Schrecken bei Krebserkrankungen. Schon von kleinen Tumoren können sich Zellen ablösen, die sich über das Lymph- oder Blutsystem im Körper verteilen und zusätzliche Organe befallen. Bei vielen Neupatienten finden Ärzte zunächst nur die Metastasen und müssen für die optimale Therapie nach dem ursprünglichen Krebsherd suchen. Mit Standardtechnologien lässt sich der ursprünglich betroffene Körperteil zurzeit nur in etwa 15% der Fälle identifizieren. Das liegt vor allem daran, dass das eigentliche Karzinom erst wenige Zentimeter groß ist.

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  • Krebssymbol - pixabay
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