Thema Harnblasenkrebs

Grafik: Operationsmethode mit TiMesh als Stützgewebe bei der Zystektomie der Frau

Das Harnblasenkarzinom ist nach dem Prostatakarzinom der zweithäufigste urologische Tumor. Entscheidende Risikofaktoren sind das Rauchen und die berufliche Exposition mit aromatischen Aminen. Gefährdete Berufsgruppen sind beispielsweise Farbarbeiter, Metallarbeiter, Maschinisten, Friseure und Reinigungspersonal. Jährlich treten in Deutschland etwa 25.000 Neuerkrankungen auf. Ein Drittel der Betroffenen leidet bereits an einem invasiven Tumor, wenn die Diagnose gestellt wird. Das beeinträchtigt die Heilungschancen erheblich.

Prädiktive molekulare Marker des Harnblasenkarzinoms aus pathologischer Sicht

Prof. Dr. Arndt Hartmann, vom Institut für Pathologie der Universität in Erlangen, einer der anerkanntesten Pathologen Deutschlands, referierte während des 28. Deutschen Krebskongress über Histopathologische Marker beim „oberflächlichen high risk“ Blasentumor.

Als Einführung gab er die neuesten WHO- Klassifikationen zum Harnblasenkarzinom, welche aus pathologischer Sicht eine konkretere Arbeitsgrundlage für die Bestimmung der Tumorspezizikation und des Gradings zulassen und so auch für den Urologen eine bessere Therapieempfehlung darstellen können

Oganerhaltende Radiochemotherapeutische Behandlung des „high-risk“ Harnblasenkarzinoms

Stellenwert der inravesikalen BCG- Therapie des Harnblasenkarzinom

Bei der Sitzung sprach Prof. Dr. Christian Weiss über die organerhaltenden Möglichkeiten der Radiochemotherapeutischen Möglichkeiten bei „high-risk“ Blasentumorpatienten und welche Grenzen dabei zu beachten sind.

Eine lebhafte Diskussion entstand bei der Frage, wann sie sinnvoll ist und wann eine Zystektomie wohl die bessere Wahl ist.

Stellenwert der inravesikalen BCG- Therapie des Harnblasenkarzinom

Prof. Dr. med. Gerd Lümmen berichtete in seinem Vortrag über die BCG- Therapie des Harnblasenkarzinoms, dass gerade für Patienten von „high-risk“ Tumoren der Harnnblase als Erhaltungstherapie von T1G2-3 Tumoren und dem carcinoma in situ (CIS oder TIS) sich seit vielen Jahren durchgesetzt hat und den Patienten einen dauernden Blasenerhalt, mit der Möglichkeit einer hohen Lebensqualität, geben kann.

Da hier trotz allem ein Rezidivrisiko besteht, muss nach Ansicht der Urologen nach einmaligen Therapiemisserfolg eine sofortige Zystektomie empfohlen werden.

Der Stellenwert der Zystektomie beim „high-risk“ Harnblasenkarzinom

Abschließend berichtete Prof. Dr. med. Jürgen E. Gschwend über den Stellenwert und die Daten, für welche „high-risk“ Tumorpatienten eine sofortige Zystektomie empfohlen werden sollte.

Insbesondere sollte diese bei wiederholten Rezidiven der Tumorklassen T1 und darüber und multifokalen Tumoransiedlungen und/oder einem Vorliegen eines TIS/CIS empfohlen werden, wenn eine Erhaltungs- Instillationstherapie mittels Chemo/BCG nach 3 Monaten erfolglos geblieben ist oder die Radio/Chemotherapie oder andere Therapieoptionen nach 3 Monaten keine Erfolge zeitigten.

Eine zeitige Zystektomie, so Gschwend, ist entscheidend für das tumorfreie Überleben.

Detlef Höwing


Krebszeitung

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  • Zystektomie-Mann - Bild: Detlef Höwing
    Harnblasenkrebs

    Im letzten Artikel haben wir die Behandlung (Therapie) des oberflächlichen Harnblasenkrebses behandelt. In diesem Artikel beschäftigen wir uns nun mit der Therapie der bereits infiltrierten (in die Harnblase eingedrungenen) Harnblasentumoren, die ganz andere Therapien erfordern, als die oberflächlichen und noch nicht in die Harnblasenwand eingedrungenen Tumoren.

    Therapiewahl

    Nur etwa 20% der Harnblasenkarzinome befinden sich zum Zeitpunkt der ersten Diagnose im fortgeschrittenerem Stadium, d.h. mit Beteiligung der Muskelschicht der Harnblasenwand. Diese werden – tief infiltrierende Harnblasenkarzinome – genannt. Hier stehen folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

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  • Plakatmotiv Ich bin dabei - Kooperationsgemeinschaft Mammographie | Urs Kuckertz Photography
    Brustkrebs

    Lübecker Krebsforscher plädiert für Seriosität in der Bewertung des Mammographie-Screening

    „Warten, bis man den Brustkrebs spürt, und dann erst zum Arzt – das ist keine Option“, stellt Prof. Alexander Katalinic klar. Der Wissenschaftler vom Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein warnt vor voreiligen Schlüssen aus selektierten Studien und zeigt die Konsequenzen für das Mammographie-Screening-Programm auf.

    „Je früher ein Brustkrebs erkannt wird, umso besser ist die Prognose, umso schonender ist die Therapie. Ist der Brustkrebs bei Entdeckung kleiner als zwei Zentimeter, leben nach zehn Jahren noch über 95 Prozent der betroffenen Frauen. Hat der Tumor erst in den Körper gestreut, sind es nur noch 12 Prozent. „Diese Erkenntnis ist nicht neu und lässt sich jedem Lehrbuch der Frauenheilkunde entnehmen“, betont Katalinic. Den Brustkrebs in einem frühen und damit günstigen Stadium zu erwischen, gelingt nur mit systematischer Früherkennung. Das Mammographie-Screening ist hier die Methode der Wahl.

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