Tradescantia sp.: Indikator für genotoxische Wirkungen

Winter - pixabay
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(Düsseldorf, 28.05.2008) Mit dem Tradescantia-Kleinkern-Test (Tradescantia-MCN-Test) können immissionsbedingte genotoxische Wirkungen in Form erhöhter Kleinkernraten in den Pollenzellen der Dreimasterblume (Tradescantia sp.) erfasst und somit eine Aussage über das genotoxische Gefährdungspotenzial luftgetragener Schadstoffe auf die belebte Umwelt getroffen werden. Tradescantia wird hierbei als Reaktionsindikator eingesetzt, der nach einer definierten Expositionszeit einen direkten Wirkungsnachweis ermöglicht.

Richtlinie VDI 3957 Blatt 16: Biologische Messverfahren zur Ermittlung und Beurteilung der Wirkung von Luftverunreinigungen auf Pflanzen (Bioindikation)

Luftverunreinigungen können Stoffe enthalten, die ein genotoxisches Potenzial besitzen, das heißt sie verändern das Erbgut und können so Mutationen auslösen bzw. Krebs erregend wirken. Zu diesen Stoffen gehören beispielsweise Dioxine und verschiedene polyzyklische Aromaten. Der Grad der Schädigung wird maßgeblich von den Stoffeigenschaften, dem Auftreffen am Wirkort und der dort ausgelösten biologischen Reaktion bestimmt.

Für den Wirkungsnachweis genotoxischer Substanzen werden sensitive Organismen in verschiedenen Testverfahren eingesetzt, um Risikopotenziale zu erfassen. Zu einer bewährten Gruppe von Testverfahren gehören die Kleinkernteste, die sich als Wirkungskriterium die Bildung von Genfragmenten als Reaktion auf genotoxische Stoffe bei verschiedenen Testorganismen zu Eigen machen.

Die Richtlinie VDI 3957 Blatt 16 in deutsch/englischer Fassung ist ab Juni 2008 zum Preis von 61,50 € beim Beuth Verlag in Berlin erhältlich. Die Ausgabe ersetzt den Entwurf von Juni 2007. Unter der Telefonnummer +49 (0)30 2601-2260 ist der Verlag in Berlin erreichbar. Weitere Informationen und Onlinebestellungen sind unter www.vdi.de/richtlinien oder www.beuth.de  möglich.

Weitere Informationen:

Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN – Normenausschuss KRdL
Robert-Stolz-Str. 5
40470 Düsseldorf

Pressemitteilung des VDI, Anne Steen


Krebszeitung

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  • Melanom
    Hautkrebs

    Ein auf Krebsforschung spezialisiertes Wissenschaftlerteam des französischen Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (Inserm), des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS), des Curie-Instituts und der Universität Paris-Süd hat die Entwicklung der pigmentbildenden Hautzellen (Melanozyten) untersucht.

    Durch genetische Manipulationen von schwarzen Mäusen konnten die Forscher zwei Schlüsselelemente identifizieren: die Proteine B-RAF und C-RAF. Beide Proteine sind für die Aufrechterhaltung des Zellzyklus der Melanozyten- Stammzellen und somit für die richtige Pigmentfärbung unerlässlich. Ohne diese beiden Proteine wäre das Fell der Mäuse weiß [1].

    Dieses Ergebnis könnte den Weg für eine künftige Behandlung des malignen Melanoms ebnen, der bösartigsten Form von Hautkrebs, die auf eine Funktionsstörung der Melanozyten zurückzuführen ist. Bislang wurde die Krankheit mit der Verabreichung eines Kinase-Inhibitors behandelt, der die mutierte Kinase B-RAF-Variante hemmt. Bei vielen Patienten bildeten sich jedoch nach einiger Zeit erneut Krebszellen. Aus diesem Grund unterdrückten die Forscher bei schwarzen Mäusen nicht nur die Expression des B-RAF-Proteins, sondern auch des C-RAF-Proteins.

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  • Brustkrebsrisiko - © dkfz.de
    Brustkrebs

    Bei jeder dritten Brustkrebs-Patientin beobachten Mediziner in den Tumoren eine vermehrte Bildung der so genannten AP2-Proteine. Bislang ist umstritten, welche Rolle diese Familie von fünf sehr ähnlichen Zelleiweißen bei der Krebsentstehung spielt. Manche Studien sprechen paradoxerweise sogar dafür, dass AP2 die Bildung von Tumoren unterdrückt. Wissenschaftler der Universität Bonn haben nun herausgefunden, dass zumindest ein „Familienmitglied“, das AP2-Gamma, tatsächlich eine Doppelrolle zu spielen scheint: Während es die Entstehung neuer Krebsgeschwulste verhindert, beschleunigt es die Entwicklung bereits bestehender Tumoren zu aggressiven Stadien. Die Ergebnisse sind soeben in Breast Cancer Research and Treatment erschienen (2005 Apr; 90(3):273-80).

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