Tumorimmunologie im Kindesalter

Bild 1 / Quelle: Universitäts-Kinderklinik.

Die meisten Krebserkrankungen bei Kindern lassen sich heute sehr gut behandeln. „Die Heilungschancen liegen bei 85 Prozent“, sagt PD Dr. Carl Friedrich Classen, Leiter des Bereichs Kinderonkologie am Universitätsklinikum Rostock. Dies sei auf verbesserte Behandlungsmöglichkeiten zurückzuführen. „Gerade bei Kindern häufige Erkrankungen wie Leukämie sind gut zu behandeln“, so PD Dr. Classen. Außerdem treten kaum heilbare Krebserkrankungen wie Bauchspeicheldrüsen- oder Bronchialkrebs bei Kindern gar nicht auf. Dennoch gibt es nach wie vor Krebserkrankungen im Kindesalter, die sehr schwer oder gar nicht heilbar sind.

Zukünftige Impfung gegen Hirntumoren bei Kindern

Um auch diese Krankheiten heilen zu können, wird man sich künftig immunologischer Methoden bedienen: Dabei kommt das körpereigene Immunsystem zum Einsatz. „Diese Behandlungen basieren auf dem Prinzip der Impfung: Der Körper wird angeregt, gegen bestimmte Krankheitserreger wie etwa Tumorzellen verstärkt vorzugehen und sie aus eigener Kraft zu besiegen“, sagt PD Dr. Classen.

Allerdings stecke diese Art der Behandlung noch in den Kinderschuhen. In Rostock arbeiten Mediziner verschiedener Fachrichtungen zusammen, um ein Impfverfahren gegen den noch immer sehr gefährlichen Hirntumor zu entwickeln. Das Immunsystem der Patienten wird gegen das Tumorgewebe aktiviert. Patienten können hier auf diese Weise aber noch nicht behandelt werden.
Fernziel sei es, durch immunologische Behandlungsmöglichkeiten andere Formen der Therapie wie Chemotherapie oder Bestrahlung entschärfen zu können, so PD Dr. Classen. Diese Behandlungsformen seien zwar wirkungsvoll, haben aber auch starke Nebenwirkungen. Insofern sei der Einsatz körpereigener Kräfte die optimale Lösung. Das Rostocker Treffen dient laut PD Dr. Classen auch der stärkeren Annäherung der auf diesem Gebiert arbeitenden Wissenschaftler. „Es geht uns auch darum, ein engeres Netzwerk zwischen den bundesweit und international agierenden Forschern zu knüpfen.“

Am 14. und 15. März 2008 findet am Universitätsklinikum Rostock eine wissenschaftliche Tagung zur Behandlung von Krebserkrankungen bei Kindern durch das körpereigene Immunsystem statt.
Zum „2. Rostocker Symposium für Tumorimmunologie im Kindesalter“ kommen Fachleute aus ganz Deutschland und aus dem Ausland, um aktuelle Möglichkeiten der Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs zu diskutieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Rostocker Forschungsvorhaben zur Entwicklung eines Impfverfahrens gegen eine noch immer schwer zu behandelnde Hirntumorart bei Kindern.
Außerdem soll nach Angaben des Organisators PD Dr. Carl Friedrich Classen die Zusammenarbeit der verschiedenen Krebs-Experten verstärkt und das Netzwerk zur Entwicklung immunologischer Behandlungsverfahren angeschoben werden.

14. und 15. März 2008
2. Rostocker Symposium Tumorimmunologie im Kindesalter
Hörsaal der Universitäts-Kinder und Jugendklinik
Rembrandtstraße 16/17
18057 Rostock

Kontakte:
Priv.-Doz. Dr. med. Carl Friedrich Classen
Leiter der Pädiatrischen Hämatologie und o­nkologie
Universitäts- Kinder- und Jugendklinik Rostock
Rembrandtstraße 16/17
18057 Rostock
Tel. 0381/4947262

Professor Dr. Peter Schuff-Werner
Ärztlicher Direktor Universitätsklinikum Rostock (AöR)
Schillingallee 35
18057 Rostock
Tel. 0381/4945011

Pressemitteilung Universität Rostock, Ingrid Rieck


Krebszeitung

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  • Pressekonferenz des Deutschen Krebskongress 2012 - Sport unterstuetzt Krebstherapie
    Krebskongress 2014

    Wissenschaftlich untersucht: körperliche Aktivität regt Tumorabwehr an

    Pressekonferenz des Deutschen Krebskongress 2012 - Sport unterstuetzt KrebstherapieBerlin, 19. Februar 2014 (ws) – Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln und der Uniklinik Köln im Centrum für Integrierte Onkologie CIO Köln/Bonn haben neue wichtige Hinweise zum Effekt von körperlich anstrengender Aktivität auf das Immunsystem von Krebspatienten gewonnen. Im Rahmen einer Studie bereiteten sie 15 Krebspatienten in der Nachsorge auf einen Halbmarathon vor und untersuchten vor und nach dem Lauf deren Immunstatus. Das Ergebnis: Intensive Ausdauerbelastung wirkt sich bei Krebspatienten positiv auf die körpereigene Tumorabwehr aus. Die Studienergebnisse wurden am 21. Februar 2014 erstmals im Rahmen des 31. Deutschen Krebskongresses der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft vorgestellt.

    Während der präventive Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Krebsentstehung bei einigen Tumorerkrankungen unter Forschern vielfach akzeptiert ist, hielten sie die Kombination von Bewegung und Sport bei Krebs lange für risikoreich. Inzwischen zeigen Studien, dass Bewegung den Patienten nicht schadet, sondern hilft und sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt. Weitgehend ungeklärt ist jedoch die notwendige Höhe der Bewegungsdosis. „Aus wissenschaftlicher Sicht liegen uns noch zu wenig Kenntnisse zur optimalen Trainingssteuerung und -intensität vor“, erläutert Dr. Freerk T. Baumann vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln, einer der Studienleiter. „Daher sind Erkenntnisse sehr wichtig, die uns zeigen, wie das Immunsystem krebskranker Menschen auf körperliche Aktivität reagiert“. An der Studie nahmen insgesamt 30 Probanden im Alter zwischen 40 und 67 Jahren teil: 15 Patienten mit Brust-, Darm- oder Prostatakrebs, deren Therapie mindestens ein Jahr zurück lag, und 15 gesunde Kontrollpersonen.

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  • Kongress - pixabay
    Deutsche Krebshilfe

    19. Krebskongress in der Lüneburger Heide

    Wilsede (gb) – Moderne Trends in der Krebsforschung – mit diesem Thema beschäftigte sich das Wilsede-Meeting, das in diesem Jahr bereits zum 19. Mal im Ort Wilsede in der Lüneburger Heide stattfand. Rund 50 renommierte Krebs-Experten aus aller Welt gaben vom 16. bis 20. Juni 2012 einen intensiven Einblick in den aktuellen Stand der onkologischen Grundlagenforschung. Insgesamt nahmen rund 200 Besucher an der Tagung teil, darunter auch viele von der Deutschen Krebshilfe geförderte Nachwuchsforscher.

    „Seit 1973 ist das Wilsede-Meeting ein besonderer Treffpunkt für anregende Diskussionen und Vorträge“, erklärte Professor Dr. Boris Fehse vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der die Veranstaltung in diesem Jahr zum ersten Mal leitete. „In dieser Zeit hat sich die Tagung einen festen Platz in den Terminkalendern weltweit angesehener Krebs-Experten erarbeitet.“

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