UDE/UK Essen: Metastasierung verstehen

Krebssymbol - pixabay
Krebssymbol - pixabay

Wenn eine Krebserkrankung tödlich endet, geht dies meist auf Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen des Körpers zurück. Wie sie entstehen, war bislang wenig bekannt. Nun wurde ein neuer Regulationsmechanismus entdeckt, der auch Ansatzpunkte für Behandlungen bietet, um künftig das Rückfallrisiko nach der Tumoroperation zu senken.

Dieser Forschungserfolg gelang Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) des Universitätsklinikums Essen (UK Essen) in Kooperation mit dem Krebszentrum der University of California San Francisco (UCSF). Darüber berichtet die international führende Fachzeitschrift Nature Genetics in ihrer neuesten Ausgabe.

Entscheidend ist die Rolle des Faktors Capicua (spanisch für „Palindrom“): Er verhindert, dass Metastasen entstehen. Dies entdeckten Dr. Ross Okimoto und Dr. Frank Breitenbücher anhand von Lungenkrebsmodellen. Funktioniert der Faktor in Krebszellen nicht richtig, oder ist das entsprechende Gen durch Mutationen inaktiviert, bilden sich die potentiell tödlichen Tochtergeschwulste aus. Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass dieses Prinzip in vielen Krebserkrankungen eine wichtige Rolle spielt.

Die transatlantische Forschungskooperation der Studie verbindet die Arbeitsgruppen von Prof. Trever Bivona, UCSF, und Prof. Martin Schuler am WTZ. „Diese erfolgreiche und enge Zusammenarbeit wurde durch einen einjährigen Forschungsaufenthalt in San Francisco ermöglicht. Ich konnte dort meine am UK Essen entwickelten Krebsmodelle mit modernsten Technologien untersuchen“, so Frank Breitenbücher, Leiter des Labors für Molekulare Onkologie der Inneren Klinik (Tumorforschung).

Prof. Schuler ist NRW-Sprecher des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK). Es fördert interdisziplinäre Forschungsthemen an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Klinik, sowie klinische Studien zu innovativen Therapie- und Diagnoseverfahren. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau von Forschungsplattformen, um den Einsatz personalisierter Krebstherapien zu beschleunigen und die Diagnose und Prävention von Krebserkrankungen zu verbessern.

Weitere Informationen:
Dr. Frank Breitenbücher, Westdeutsches Tumorzentrum, Tel. 0201/723-1630, frank.breitenbuecher@uk-essen.de
Christine Harrell, Medizinische Fakultät, Tel. 0201/723-1615, christine.harrell@uni-due.de
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.3728.html
http://dx.doi.org/10.1038/ng.3728
http://www.dktk.org

Pressemitteilung
Universität Duisburg-Essen, Beate Kostka M.A., 23.11.2016

Forscher suchen neue Therapien gegen fortgeschrittene Tumore


Krebszeitung

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