Umsetzung der Empfehlungen des Nationalen Krebsplans gestartet

Patientin - pixabay

Heute haben sich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und die zuständigen Spitzenorganisationen getroffen, um das weitere Vorgehen zur gesundheits-politischen Umsetzung der bislang im Nationalen Krebsplan erarbeiteten Empfehlungen abzustimmen. Am Umsetzungsprozess beteiligt sind die Deutsche Krebsgesellschaft, die Deutsche Krebshilfe, die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren, die Gesundheitsministerkonferenz der Länder, der Gemeinsame Bundesausschuss, der GKV-Spitzenverband, der Verband der privaten Kranken-versicherung, die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Deutschen Krankenhausgesellschaft und die Vertretung der Patientenorganisationen auf Bundesebene.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr: „Mit über 218.000 Todesfällen pro Jahr ist Krebs in Deutschland die zweithäufigste Todesursache, im Jahr 2010 verstarb jeder Vierte daran. Nach aktuellen Zahlen aus dem Robert Koch-Institut erkrankten im Jahr 2008 rund 470.000 neu an Krebs, d.h. 43.000 mehr als im Jahr 2006. Hinter diesen nüchternen Zahlen stecken Menschen und Schicksale. Über 100 vorliegende Empfehlungen des Nationalen Krebsplans zeigen auf, wie wir die Krebsfrüh-erkennung und die Versorgung krebskranker Menschen in Deutschland bestmöglich und patientenorientiert weiter entwickeln können.“

In einer Gemeinsamen Erklärung haben sich die Beteiligten darauf verständigt, die in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereich fallenden Empfehlungen eigenverantwortlich umzusetzen.

www.bmg.bund.de/praevention/nationaler-krebsplan/oeffentlichkeitsarbeit.html

Ein Schwerpunkt der Maßnahmen liegt in der Weiterentwicklung der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs durch den Gemeinsamen Bundesausschuss. Eine bessere Information der Versicherten und regelmäßige persönliche Einladungsschreiben sollen die Früherkennung stärken.

Das Bundesministerium für Gesundheit prüft außerdem, inwieweit organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (Screening) bundesweit einheitlich durchgeführt werden können.
Für die Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle der Krebsfrüherkennung stellen die Länder eine flächendeckende und vollzählige epidemiologische Krebsregistrierung sowie die Mitwirkung der Krebsregister sicher.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt in der Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und deren Qualität. Priorität bei den beschlossenen Maßnahmen hat der flächendeckende Ausbau von klinischen Krebsregistern. Das Bundesministerium für Gesundheit bereitet derzeit eine gesetzliche Regelung für eine flächendeckende Einführung klinischer Krebsregister vor.

Um die in der Krebsversorgung tätigen Leistungserbringer, wie z.B. Ärztinnen und Ärzten, stärker von bürokratischen Pflichten zu entlasten, soll der Dokumentations-aufwand reduziert und die Anforderungen soweit wie möglich vereinheitlicht werden.

An der Entwicklung einer datensparsamen Tumordokumentation sollen alle im Gesundheitswesen Beteiligten Normgeber mitwirken. Dazu soll auch eine gemeinsame Plattform eingerichtet werden.

Darüber hinaus sind Maßnahmen geplant, die den krebskranken Menschen und ihren Angehörigen, die psychosoziale Unterstützung und psychoonkologische Behandlung benötigen, die jeweils notwendigen Leistungen auch zukommen lassen.

Der Nationale Krebsplan ist ein im Juni 2008 initiiertes Kooperationsprogramm zur Krebsbekämpfung, an dem sich über 20 Organisationen und weit über 100 Fachexperten/innen im Gesundheitswesen beteiligen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bmg.bund.de/praevention/nationaler-krebsplan.html

Pressemitteilung Bundesministerium für Gesundheit


Krebszeitung

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  • Krebssymbol - pixabay
    Krebs bei Kindern

    Die Berliner Krebsgesellschaft fördert das Projekt „Hilfen für Kinder krebskranker Eltern“ weiter – und trägt damit den Bedürfnissen betroffener Familien Rechnung.

    Noch bis Ende 2014 fördert die Berliner Krebsgesellschaft das Projekt „Hilfen für Kinder krebskranker Eltern“. Ursprünglich war eine zwölfmonatige Projektförderung bis April 2013 geplant. Doch in Anbetracht der großen Nachfrage und der besonderen Notlage der betroffenen Familien, hält die Berliner Krebsgesellschaft eine Verlängerung des Projekts für dringend geboten.

    „Nicht alle, aber viele Kinder leiden sehr unter der schweren Erkrankung ihrer Eltern und brauchen professionelle Hilfe“, sagt Dr. Hubert Bucher, Geschäftsführer der Berliner Krebsgesellschaft. „Deswegen hat sich die Berliner Krebsgesellschaft dazu entschlossen, das Projekt auf jeden Fall noch bis Dezember 2014 weiter zu fördern.“

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  • Foto: Das 3-D-Mikroskopiesystem
    Brustkrebs

    Auch moderne Behandlungsverfahren gegen Brustkrebs schlagen nicht bei allen Patientinnen an. Zudem entwickeln sich häufig Resistenzen gegen die eingesetzten Medikamente. Ein Team am Deutschen Krebsforschungszentrum hat nun Hinweise auf die Ursachen dafür gefunden. Die Molekularbiologen Dr. Stefan Wiemann und Dr. Özgür Sahin untersuchten speziell die Situation bei einer Behandlungen mit den Medikamenten Tamoxifen und Herceptin. Den Forschern gelang es, Erbmoleküle (microRNAs) zu identifizieren, die in der Lage sind, Resistenzen oder Metastase-Prozessen entgegenzuwirken. Damit haben sie Angriffspunkte für neue zielgerichtete Therapien gefunden.

    Bei Brustkrebs sind in der Mehrzahl der Fälle bestimmte antennenartige Strukturen auf der Oberfläche oder im Inneren der Tumorzellen besonders zahlreich ausgebildet. Diese sogenannten Rezeptoren reagieren auf Signalmoleküle – wie zum Beispiel Östrogen oder den „epidermalen Wachstumsfaktor“ EGF – und setzen anschließend Kaskaden in Gang, die Zellwachstum und Zellteilung fördern. Die Medikamente Tamoxifen und Herceptin blockieren solche Rezeptoren. Damit soll das Wachstum des entarteten Gewebes gestoppt werden.

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