Ungewollte Kinderlosigkeit

Bild 1 / Quelle: Universitäts-Kinderklinik.

Bei jedem zweiten unfruchtbaren Paar ist die Ursache der ungewollten Kinderlosigkeit beim Mann zu suchen. Dabei ist die Herabsetzung der Samenzellzahl und ihrer Beweglichkeit (OAT-Syndrom) einer der wesentlichen Befunde in der Sprechstunde. Ursache hierfür kann eine Krampfader des Gefäßgeflechtes des linken Hodens sein (Varikozele). Die Daten einer Studie zeigen jetzt, dass die lange umstrittene chirurgische Therapie der tastbaren Varikozele bei Männern mit herabgesetzter Samenqualität in der unfruchtbaren Partnerschaft einen wichtigen Baustein zur Behandlung der ungewollten Kinderlosigkeit eines Paares darstellt.

Die Chirurgische Therapie der Varikozele wirkt doch!

Die Varikozele führt unter anderem zu einer Übererwärmung des Hodens, einer Erhöhung des intratestikulären Druckes und auch zu einem Reflux von Giftstoffen in den Ort der Samenzellbildung.

Da es bis heute keine medikamentöse Therapie zur Verbesserung der Spermaqualität gibt, ist die seit Jahrzehnten durchgeführte chirurgische Unterbindung der Varikozele ein standardisierter Eingriff. Dabei ist es unbestritten, dass sich die Spermaqualität postoperativ bessert. Umstritten war jedoch bis heute, ob tatsächlich die Schwangerschaftsrate in der unfruchtbaren Partnerschaft z.B. gegenüber einer abwartenden Haltung oder einer aktiven Überwachung gebessert wird.

Die Datenlage entsprechender vergleichbarer Studien ist unklar. Daher versuchen unterschiedliche Arbeitsgruppen dieses Problem mit Metaanalysen, d.h. Untersuchungen auf dem Level der höchsten Evidenz aufzuhellen.

Jetzt liegt hierzu eine neue Metaanalyse nach den modernsten Kriterien der Potsdam Konsultationsregeln aus den Vereinigten Staaten vor (siehe unten), die 396 Patienten und 174 Kontrollen bezüglich der Schwangerschaftsraten nach chirurgischer Varikozelentherapie vs. Keine Therapie analysiert hat. Vorraussetzung für eine Berücksichtigung für diese Metaanalyse war der Nachweis einer schlechten Spermaqualität bei tastbarer Varikozele. Nur chirurgische Therapieformen, keine Sklerotherapie oder Embolisation wurden berücksichtigt.

Die Studie zeigte, dass ODDS-Ration einer spontanen Schwangerschaft nach chirurgischer Therapie vs. Fehlender Therapie 2,87 war, mit anderen Worten fanden sich in der therapierten Gruppe 33% Schwangerschaften vs. 15,5% in der nicht therapierten Gruppe. Dieser Unterschied ist hoch signifikant.

Die Autoren schließen daraus, dass die chirurgische Therapie der tastbaren Varikozele bei herabgesetzter Samenqualität eine wertvolle therapeutische Option darstellt. Darüber hinaus weisen die Autoren darauf hin, dass die Verbesserung der Spermaqualität ein entscheidender Hinweis für den Therapieeffekt ist. In einer weiteren Metaanalyse haben sie gezeigt, dass bei den Patienten erwartungsgemäß nach der Therapie insbesondere die Zahl der Spermatozoen ansteigt und sehen dies als Ursache für den Erfolg.

Die Daten zeigen, dass die lange umstrittene chirurgische Therapie der tastbaren Varikozele bei Männern mit herabgesetzter Samenqualität in der unfruchtbaren Partnerschaft einen wichtigen chirurgischen Baustein zur Behandlung der ungewollten Kinderlosigkeit eines Paares darstellt. Der Chirurgische Eingriff muss uneingeschränkt empfohlen werden.

Literatur:

Marmar J. et al. Fertil Steril 88: 63+9-646 (2007)

Weidner W. Words of Wisdom:
Reassessing the value of varicocelectomy.
EUR Urol 54: 465-466 (2008)

Pressemitteilung vom DGU-Kongress 2008, Detlef Höwing


Krebszeitung

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  • Magazin der Deutschen Krebshilfe: Ausgabe 2/2008
    Deutsche Krebshilfe

    Magazin der Deutschen Krebshilfe: Ausgabe 2/2008Bonn (ct) – Den Tagen mehr Leben geben, statt dem Leben mehr Tage – das will die Palliativmedizin. Sie legt sich wie ein schützender Mantel (lat. pallium) um Schwerstkranke und Sterbende, unterstützt sie psychisch und lindert ihre körperliche Beschwerden. Die Deutsche Krebshilfe hat den Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen maßgeblich unterstützt und die Aus- und Weiterbildung auf diesem Gebiet gefördert. In der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift „Magazin der Deutschen Krebshilfe“ berichtet sie über eine unheilbar kranke Patientin, die dank palliativmedizinischer Betreuung wieder mehr Lebenskraft und Mut bekam.

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  • Leukämiezellen
    Leukämie

    Berlin, 15. November 2013 – Heute wurde die Marktrücknahme des gezielten Medikamentes Bosutinib (Bosulif®) für die Behandlung von Patienten mit Chronischer Myeloischer Leukämie (CML) angekündigt. Nach den Verhandlungen mit den Krankenkassen entspricht der in Deutschland zu erzielende Preis nicht den Erwartungen des Herstellers. Bereits im Oktober hatten die Zulassungsbehörden in Europa und den USA vor schweren Nebenwirkungen von Ponatinib (Iclusig®), einem anderen und gezielten Medikament für Patienten mit CML, gewarnt.

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    • flexible Anpassung der Medikamentenpreise, orientiert am Bedarf und den Entwicklungskosten
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