Urologen erhöhen Attraktivität der Facharztausbildung

Krankenkassen - pixabay
Krankenkassen - pixabay

Die Situation im deutschen Gesundheitswesen bringt es mit sich: Medizinischer Nachwuchs gerät zur Mangelware – auch im Fach Urologie. Die Abwanderung junger Ärzte in andere Länder oder in konkurierende Fachgebiete verlangt nach einer Bereitstellung zielgerichteter fachspezifischer Instrumente zur Ausbildungsförderung urologischer Fachärzte. Jetzt ist ein solches Instrumentarium präsent – in gedruckter und elektronischer Fassung.

Logbuch für eine strukturierte Ausbildung

Das Logbuch der urologischen Fachgesellschaften beschreibt ein national einheitliches Muster-Weiterbildungscurriculum, unterteilt die Weiterbildungsinhalte in halbjährliche Abschnitte und ordnet die Koordination der Weiterbildung dem strukturierten Gespräch zwischen Weiterbilder und Arzt, der seine Facharztausbildung zum Urologen durchläuft, ein zeitlich und strukturell klarer Rahmen vorgegeben, der operative und klinische Ausbildungsinhalte aufeinander aufbauend verknüpft und unsystematische Ausbildungswege verhindert.

Die elektronische Erweiterung des Logbuchs urologische Weiterbildung© erlaubt eine zeitgemäße computergestützte Dokumentation nahezu sämtlicher ärztlicher Arbeitsinhalte und steht damit für Kompetenz und Fortschritt in der Urologie.

Erhalt und Förderung der fachlichen Kompetenz in der deutschen Urologie beginnt mit der Gewinnung der Medizinstudenten für das Fach und einer gezielten Förderung der frisch approbierten Ärztinnen und Ärzte. Die Probleme in der Organisation der Ausbildung an Deutschen Weiterbildungsstätten sind auch Urologen bekannt. Ein Kernproblem ist eine zunehmende Bürokratisierung des Arztalltags, die zu einer ständigen Arbeitsverdichtung führt und den Spielraum für die so wichtige Weiterbildung der jungen Ärzte immer mehr einzuengen droht. Solche Entwicklungen bedingen neben „innerer Kündigung“ häufige Arbeitsplatzwechsel oder gar die Abwanderung ins Ausland. Die beliebtesten Emigrationsländer für Ärzte (Schweiz, Österreich, USA, Großbritannien) verfügen interessanterweise auch über moderne Instrumente zur besseren Operationalisiertung ärztlicher Weiterbildung.

Die Schweiz führt seit Jahren eine Evaluation beziehungsweise ein Benchmarking der Weiterbildungsstätten durch, und in Großbritannien wurde kürzlich ein elektronisches Logbuch zur Dokumentation und Zielorientierung der Weiterbildung eingeführt. Der globale Arbeitsmarkt für Ärzte erfordert also auch von den Urologen zielgerichtete, fachspezifisch Maßnahmen zur Weiterbildungsoptimierung, die mit dem neuen Logbuch als zentralem strukturellem Baustein der Weiterbildung umgesetzt worden sind.

Unser Ergebnis ist ein, aus einer Kooperation von Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. , des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V., der German Society of Residents in Urology (GeSRU) und dem Arbeitskreis „Leitende Krankenhausärzte“ entwickeltes Fahrtenbuch für den typischen Weiterbildungsgang: das Logbuch urologische Weiterbildung©. Auf dem DGU-Kongress2007 angekündigt, wurde es erstmals 2008 auf dem Kongress der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Urologie e.V. als Ringbuchordner präsentiert. Das im April 2007 entwickelte Computerprogramm WDoku© (Programm zur ärztlichen Weiterbildungsdokumentation www.wdoku.de) ist ein anwendergetestetes, ausgereiftes Instrument zur Dokumentation nahezu sämtlicher ärztlicher Arbeitsinhalte. Eine Kopie des Programms steht für urologische Weiterbildungsassistenten zunächst bis 31. Dezember diesen Jahres als so genannte Freeware zur Verfügung.

Pressemitteilung vom DGU-Kongress, Detlef Höwing


Krebszeitung

--Download Urologen erhöhen Attraktivität der Facharztausbildung als PDF-Datei --


  • Studienleiter Dr. Siegfried Shah (links) bei der Bildauswertung: Potenziell befallene Lymphknoten werden während der Operation mit einem Farbstoff und einer Spezialkamera sichtbar gemacht - © V. Daum / Bergmannsheil
    Darmkrebs

    Studienleiter Dr. Siegfried Shah (links) bei der Bildauswertung: Potenziell befallene Lymphknoten werden während der Operation mit einem Farbstoff und einer Spezialkamera sichtbar gemacht - © V. Daum / BergmannsheilGefährliches Tumorgewebe bei Darmkrebspatienten noch zielsicherer erkennen und entfernen – darum geht es bei einem neuen Forschungsprojekt des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil (Klinikum der RUB). Das Forscherteam der Abteilung für Viszeralchirurgie unter Leitung von Prof. Dr. Richard Viebahn nutzt dabei einen speziellen Farbstoff: Damit lassen sich Lymphknoten, die die Bildung von Metastasen oder Tochtergeschwulsten befördern können, während der Operation einfärben, mit einer Spezialkamera sichtbar machen und schließlich zielgenau entfernen. Eine klinische Studie soll nun die Wirksamkeit des neuen Verfahrens klären.

    […mehr lesen]

  • Offene Krebskonferenz in Hamburg
    Deutsche Krebshilfe

    Offene Krebskonferenz in HamburgHamburg (ct) – Rund 800 Patienten, deren Angehörige und andere Interessierte informierten sich am 12. September 2009 in Hamburg bei der dritten Offenen Krebskonferenz über aktuelle Entwicklungen in der Krebsmedizin. Das Haus der Krebs-Selbsthilfe, ein Verbund der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Krebs-Selbsthilfeorganisationen, forderte im Rahmen der Konferenz eine Verbesserung der psychosozialen Versorgung von Krebs-Patienten. „Das, was notwendig und möglich ist, muss jedem Betroffenen zur Verfügung gestellt werden“, sagte Professor Dr. Gerhard Englert, Vorsitzender der Deutschen ILCO, einer Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Darmkrebs-Patienten. Mit der Bitte um Unterstützung auch auf gesundheitspolitischer Ebene übergab Englert an Professor Dr. Werner Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, und Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, eine Resolution der Selbsthilfeorganisationen. Die alle zwei Jahre stattfindende Konferenz wurde erstmals gemeinsam von der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Hamburger Krebsgesellschaft veranstaltet und finanziert.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit