Urologen tagen erstmals in neuen Bundesländern

Professor Dr. med. Dr. h. c. Manfred Wirth
Professor Dr. med. Dr. h. c. Manfred Wirth

Dresden. Novum beim Deutschen Urologen-Kongress: Mit der 61. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), vom 16. bis 19. September 2009 in der Dresdner Messe, findet erstmals nach der Wiedervereinigung ein DGU-Kongress in einem der neuen Bundesländer statt. Rund 6000 Teilnehmer aus aller Welt werden in Sachsens Landeshauptstadt erwartet. Zu verdanken ist dies dem amtierenden DGU-Präsidenten Professor Dr. med. Dr. h. c. Manfred Wirth, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden.

„Dresden ist ja bekanntermaßen für die Urologie eine besondere Stadt, in der zum Beispiel
Maximilian Nitze die Zystoskopie entwickelt hat. Gleichzeitig ist es, 20 Jahre nach dem Mauerfall, das erste Mal, dass die Deutsche Gesellschaft für Urologie in den neuen Bundesländern tagt, und das halte ich für ein wichtiges Zeichen“, sagt Professor Wirth. Von Veränderung zeugt auch der diesjährige Leitgedanke. „Urologie im Wandel“ lautet das Motto der 61. DGU-Jahrestagung, die mehr als 100 Einzelveranstaltungen und über 800 angemeldete Beiträge umfasst sowie einen eigenständigen Pflegekongress und eine Industrieausstellung mit voraussichtlich 170 teilnehmenden Unternehmen einschließt.

„Ich bin der Auffassung, dass die Urologie sich den gesellschaftlichen, ökonomischen und auch medizinisch-wissenschaftlichen Rahmenbedingungen stetig anpassen muss. Dies beinhaltet die Integration innovativer Techniken wie in den letzten Jahren die Laparoskopie oder derzeit die Robotertechnologie. Dazu kommt ein beständiger Wandel in den Versorgungsstrukturen des Gesundheitswesens wie die Bildung von spezialisierten und zertifizierten Zentren“, konkretisiert Professor Wirth sein Tagungsmotto.

Große Anstrengungen seien deshalb erforderlich, so der international renommierte Urologe in seiner Funktion als DGU-Präsident: „Unsere wichtigste Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass das Fach Urologie eine forschende Disziplin bleibt und die medizinischwissenschaftliche Zukunft mit gestaltet.“ Hierzu gehöre es, die besten Nachwuchsärzte für das Fach zu interessieren und die Ausbildung deutlich zu verbessern. „Die gegenwärtige Ausbildung zum Facharzt erscheint mir nicht mehr zeitgemäß. Lösungsansätze können wir erkennen, wenn wir über unseren Gartenzaun schauen und sehen, wie andere Länder dies regeln. Exzellente Facharztausbildungen sind letztendlich da zu finden, wo zertifizierte Ausbildungszentren bestehen, die regelmäßig kontrolliert werden.“

Des Weiteren, so Professor Wirth, müsse die Urologie sich der Interdisziplinarität stellen, nur in diesem Kontext könne die Fachdisziplin erfolgreich weiterleben. Gleichzeitig sei eine SubSpezialisierung auch in dem inzwischen breiten Fach Urologie unausweichlich. Ohne sie würden Teilbereiche wie Kinderurologie, Urologie der Frau und Nierentransplantation auf die Dauer nicht mehr zu halten sein. Und noch eines betont der DGU-Präsident: „Ein weiterer Punkt ist die doppelte Facharztschiene. Hier wird in Zukunft wahrscheinlich eine sehr viel engere Kooperation von niedergelassenen und in der Klinik tätigen Urologen erforderlich sein. Wenn wir dies selber steuern, ist es für alle Beteiligten vorteilhaft. Das Hauptproblem sehe ich darin, dass wir durch andere gesteuert werden, da wir nicht die Kraft aufbringen uns zu einigen. Mein Appell ist es, in der Urologie enger und vertrauensvoller zusammen zu arbeiten, um gemeinsame Zukunftslösungen zu finden!“

Das Programm des Dresdner Kongresses dient aktueller Wissenschaft sowie Fort- und Weiterbildung. Der Tagungs-Präsident: „Ich sehe sehr viele kleine wichtige Neuerungen in der Therapie und auch in der Diagnostik. In der Diagnostik gewinnen zurzeit molekularbiologische Verfahren zunehmend an Bedeutung. Die Bildgebung, und hier möchte ich insbesondere das MRT erwähnen, wird vor allem im Bereich minimalinvasiver Verfahren als Steuerungswerkzeug in Zukunft wahrscheinlich einen breiteren Stellenwert einnehmen. Neue Ergebnisse zu diesen Verfahren werden in Dresden vorgestellt.“

Zu den Kongress-Highlights zählen für Mediziner und Öffentlichkeit zweifellos auch die neuen DGU-Leitlinien zum Prostatakarzinom und zur Harnwegsinfektion. Leitlinien gewährleisten Patientenversorgung auf höchstem Niveau, da sie unter Berücksichtigung der vorhandenen Literatur und der Studienlage das aktuell verfügbare Wissen im Sinne einer qualitätsorientierten Behandlungsempfehlung nutzbar machen. „Sie sind von hoher Relevanz für die tägliche Praxis, weil sie eine gewisse Bandbreite für die Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen festschreiben, und natürlich von großem Interesse für die Patienten. Die neuen Leitlinien zum Prostatakarzinom und zum Harnwegsinfekt werden deshalb auch Gegenstand des diesjährigen öffentlichen Patientenforums sein“, sagt Professor Dr. med. Dr. h. c. Manfred Wirth, der anlässlich des 61. DGU-Kongresses in Dresden aktuelle Wissenschaft und einmaliges Weltkulturerbe zusammenführt.

Kontakt:

DGU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers & Sabine Martina Glimm
Stremelkamp 17, 21149 Hamburg
Tel.: (040) 79 14 05 60,
E-Mail: info@wahlers-pr.de
Weitere Informationen: www.dgu-kongress.de >www.urologenportal.de

Pressemitteilung der DGU-Pressestelle Bettina-Cathrin Wahlers & Sabine Martina Glimm


Krebszeitung

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  • Weisser Hautkrebs - Quelle: Universitäts-Hautklinik Tübingen
    Hautkrebs

    Patiententag zum Thema Hautkrebs/ 4. Essener Hauttumorsymposium

    „Trotz verstärkter Aufklärung, nehmen Hautkrebserkrankungen in Deutschland immer weiter zu. Jährlich kommen rund 223.460 Menschen hinzu, die neu daran erkranken – 25.000 davon sind vom aggressiven schwarzen Hautkrebs betroffen“, erläutert Prof. Dr. med. Dirk Schadendorf, Direktor der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Essen. Werden alle Hautkrebsarten zusammen betrachtet, handelt es sich in Deutschland sogar bereits um die häufigste Krebsart. Insbesondere, das eher aggressive maligne Melanom – auch schwarzer Hautkrebs genannt – ist jährlich für den Tod von 3.500 Men- schen in Deutschland verantwortlich. Früh erkannt, ist Hautkrebs jedoch in den allermeisten Fällen heilbar!

    „Melanom – Leben mit der Diagnose Hautkrebs“: Unter diesem Motto steht der 6. Es-sener Patiententag, zu dem die Uniklinik für Dermatologie am 1. Februar 2013, von 14 bis 17 Uhr, einlädt. Die Vorträge, die sich in erster Linie an Betroffene und deren Angehörigen richten, reichen von „Freizeitgestaltung bei Hautkrebs“ über „Diagnose Hautkrebs: Seelische Auswirkungen“ bis „Ernährung bei Krebs“. Im Anschluss haben die Besucher die Möglichkeit, mit den Medizinern und Therapeuten ins Gespräch zu kommen. Außerdem können sie sich an Infoständen über die Angebote der Selbsthilfegruppe, der Ernährungsberatung und des Sozialdienstes informieren.

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  • Abb. a: Symptomatische Pneumonitis vier Wochen nach Strahlentherapie eines Lungenkarzinoms mit 60 Gy. Abb. b: Fibrotische Residuen sechs Monate nach Strahlentherapie.
    Lungenkrebs

    Abb. a: Symptomatische Pneumonitis vier Wochen nach Strahlentherapie eines Lungenkarzinoms mit 60 Gy. Abb. b: Fibrotische Residuen sechs Monate nach Strahlentherapie.Strahlenbehandlung ist Teil der Therapie bei einer Vielzahl von Tumoren – auch von Lungentumoren. Bei der Bestrahlung des Tumors kann auch das normale Lungengewebe geschädigt werden. Das Forscherteam um Professor Gerhard Fritz der Universitätsklinik Düsseldorf hat sich zum Ziel gesetzt, das Auftreten unerwünschter Strahlenwirkungen durch ausgewählte Arzneimittel zu vermeiden bzw. deren Spätfolgen abzumildern. Als molekulare Angriffspunkte dienen an der Oberfläche von Lungenzellen verankerte Proteine, sogenannte Ras-homologe (Rho) Proteine. Da diese für schädliche Strahleneffekte bedeutsam sind, wollen die Wissenschaftler versuchen, sie u.a. mit Lipidsenkern in ihrer Funktion zu hemmen.

    Bei der Strahlenbehandlung von Lungentumoren ist eine Exposition von normalem Lungengewebe meist nicht gänzlich zu vermeiden. Die dadurch hervorgerufenen Stress-Reaktionen führen zu akut entzündlichen Prozessen in der Lunge (Lungenentzündung), die jedoch wieder abheilen können. Allerdings können auch Schäden entstehen, die letztendlich die Elastizität der Lunge anhaltend beeinträchtigen und somit zu andauernden Atembeschwerden führen.

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