Verbund gegen Lymphome

Gewebe- Dünnschnitt eines kutanen T-Zell-Lymphoms. Die Zellkerne sind blau gefärbt, PP4R1 braun. Die unter der Haut liegenden T-Zellen weisen keine braune Färbung und somit kein PP4R1 auf. - Quelle: Dr. Marco Herling, Universität Köln

Mit über 3,7 Millionen Euro fördert die Deutsche Krebshilfe das seit 2003 bestehende Verbundprojekt „Molekulare Mechanismen bei malignen Lymphomen“ nun für weitere drei Jahre. Ein entsprechender Bewilligungsbescheid wurde den Ärzten und Wissenschaftlern des Verbundes in Bonn übergeben.

Nationaler Verbund gegen Lymphome von der Deutschen Krebshilfe

„Mit der jetzt bewilligten Weiterförderung können die Lymphomforscher aus 17 Institutionen in Deutschland ihre bislang erfolgreichen Untersuchungen zur Entstehung, Klassifikation und Therapie von Lymphomen weiter fortsetzen“, sagt der Sprecher des Verbundprojektes, Professor Dr. Lorenz Trümper, Direktor der Abteilung Hämatologie und o­nkologie der Universitätsmedizin Göttingen. „Wir sind der Deutschen Krebshilfe sehr dankbar, dass sie unsere bislang erfolgreiche Forschungsarbeit mit der Fortsetzung der Förderung des Verbundprojektes anerkennt und unterstützt.“ In den vergangenen vier Jahren ist das Netzwerk bereits mit fast 4 Millionen Euro von der Deutschen Krebshilfe gefördert worden.

Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt der Forschungsprojekte der zweiten Förderperiode: Lässt sich die Klassifikation und Diagnostik von Lymphomen durch den Einsatz neuer, molekularer Technologien verbessern? Welche Veränderungen von Genen führen in den Krebszellen zur bösartigen Entartung? Bei der Erforschung dieser Fragen ist das übergeordnete Ziel, die Behandlung von Patienten mit Lymphomen zu verbessern und neue Ansätze für die Therapie zu identifizieren. Das Verbundprojekt setzt sich aus Klinikern, Pathologen, Genetikern, Immunologen und Bioinformatikern aus ganz Deutschland zusammen, die eng zusammenarbeiten. Die Verbund- und Studienzentrale des Projektes ist an der Universitätsmedizin Göttingen angesiedelt. Der Sprecher des Verbundprojektes ist Professor Dr. Lorenz Trümper, Direktor der Abteilung Hämatologie und O­nkologie der Universitätsmedizin Göttingen. Die Koordination des Verbundes wird ebenfalls zentral von Göttingen aus durchgeführt.

Grundlage für die Bearbeitung der Fragestellungen des Verbundvorhabens bildet die zentrale Material- und Gewebebank des Verbundes, die an der Universitätsmedizin Göttingen angesiedelt ist. Wissenschaftlich gliedert sich der Forschungsverbund in zwei große Arbeitsgruppen, die eng zusammenarbeiten. Sprecher der Arbeitsgruppe Genetik ist Prof. Dr. Reiner Siebert, Direktor des Instituts für Humangenetik am Campus Kiel, Sprecher der Arbeitsgruppe Pathologie und
Genexpression ist Prof. Dr. Harald Stein, Direktor des Pathologischen Institutes der Charité Berlin. Die Abteilung Hämatologie und o­nkologie in Göttingen erhält in der neuen Förderperiode des Verbundprojektes für die Untersuchung funktioneller Unterschiede zwischen unterschiedlichen Arten von Lymphomen sowie den Ausbau der zentralen Materialdatenbank Fördermittel von 530.000 Euro.

Hintergrundinformationen Lymphome

Lymphome sind eine Gruppe sehr unterschiedlicher, bösartiger Erkrankungen des lymphatischen Systems. Sie entstehen, wenn Lymph- oder Abwehrzellen zu verschiedenen Zeitpunkten ihrer Entwicklung entarten und dann unkontrolliert wachsen. Über 15.000 Menschen erkranken jedes Jahr allein in Deutschland neu an einem malignen Lymphom. Insgesamt hat in den letzten Jahrzehnten in Deutschland und anderen westlichen Ländern die Häufigkeit maligner Lymphome ständig zugenommen. Heute können fast alle Patienten mit Morbus Hodgkin erfolgreich behandelt werden. Bei einem Non-Hodgkin-Lymphom liegen die Überlebenschancen bei nur rund 50 Prozent. Die Heilungschancen haben sich zwar in den vergangenen Jahren durch neue Therapieformen (wie Antikörpertherapien, neue Chemotherapieprotokolle und Stammzelltransplantation) deutlich verbessert. Doch bei vielen malignen Lymphomen, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien, sind die Heilungschancen immer noch schlecht. Der Grund: Es fehlen die diagnostischen Kriterien, mit denen eine Behandlung gezielter geplant werden kann.

WEITERE INFORMATIONEN:

Prof. Dr. Lorenz Trümper
Telefon 0551 / 39 -8535
Sprecher des Verbundprojektes „Molekulare Mechanismen bei malignen Lymphomen“ Universitätsmedizin Göttingen
Georg-August-Universität Direktor der Abteilung Hämatologie und o­nkologie
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
E-Mail: lorenz.truemper@med.uni-goettingen.de
www.lymphome.de/Projekte/MMML/

Deutsche Krebshilfe e.V.
Buschstr. 32
53113 Bonn
Telefon 0228/72990-0
E-Mail: deutsche@krebshilfe.de
www.krebshilfe.de

Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe


Krebszeitung

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