Versorgung trotz steigender Patientenzahlen sichern

Prof. Dr. Jan Fichtner - Quelle: DGU-Pressestelle

66. DGU-Kongress im Zeichen des demografischen Wandels

Prof. Dr. Jan Fichtner - Quelle: DGU-PressestelleDüsseldorf. Dieser Urologen-Kongress geht uns alle an: Mit dem Motto „Demografischen Wandel gestalten“ rückt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ein zentrales gesellschaftliches Thema in den Mittelpunkt ihrer 66. Jahrestagung, das die medizinische Versorgung in Deutschland vor größte Herausforderungen stellt. Zu der weltweit drittgrößten urologischen Fachtagung in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt werden vom 1. bis 4. Oktober 2014 mehr als 7000 Teilnehmer im Congress Center Düsseldorf erwartet.

Die Lage ist prekär: Mit steigendem Lebensalter der Bevölkerung wächst der medizinische Versorgungsbedarf, während gleichzeitig die Zahl der insgesamt vorhandenen Arztstunden weiter sinkt.

Disziplinen wie die Urologie, die zu einem großen Teil altersassoziierte Erkrankungen behandelt, erwartet eine besonders hohe Versorgungslast. Bis zum Jahr 2025 prognostiziert das Zentralinstitut (ZI) für die Kassenärztliche Versorgung einen Mehrbedarf an Urologen vor allem in Ostdeutschland von bis zu 18 Prozent – mehr als in allen anderen Facharztgruppen. „Steigende Zahlen von Tumorerkrankungen, Harninkontinenz, erektiler Dysfunktion, Steinbildungen und gutartiger Prostatavergrößerung (BPH) werden nicht nur zu mehr Patienten in der Urologie führen, sondern auch zu einem Bedarf an intelligenten Strategien, wie wir unseren Patienten, auch unter Aspekten begrenzter ökonomischer und personeller Ressourcen medizinisch und ethisch angemessen, gerecht werden können“, sagt DGU– und Kongresspräsident Prof. Dr. Jan Fichtner.

Zahlreiche der mehr als 100 Einzelveranstaltungen der DGU-Jahrestagung werden sich dem demografischen Wandel und seinen Auswirkungen in der Urologie widmen. „Konkret gehen wir bis 2020 von einer 20 bis 30-prozentigen Steigerung der Zahl der uro-onkologischen Neuerkrankungen von Niere, Blase und Prostata aus, für die benignen Erkrankungen BPH und Inkontinenz liegen die projizierten Zahlen im gleichen Rahmen. Schon heute sind ca. 40 Prozent der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner inkontinent, bei den bettlägerigen Heimpatienten sind es sogar 80 Prozent“, so der Chefarzt der Klinik für Urologie am Johanniter Krankenhaus Oberhausen.

Strategien für eine Urologie unter demografischem Wandel will die DGU, gemeinsam mit dem Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU), unabhängig von der Politik pro-aktiv entwickeln. Prof. Fichtner: „Es gilt, den steigenden Patientenzahlen durch eine langfristige Gesamtstrategie zu begegnen – beginnend mit der Prävention, die wir seit 2011 fördern, der Stärkung der Eigenverantwortung und Solidarität, einer altersgerechten Indikationsstellung operativer und medikamentöser Maßnahmen sowie einer engen Vernetzung ambulanter und stationärer Therapien mit optimalem Entlassungsmanagement. Indikationen zu Katheterversorgungen bei Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern etwa müssen eng gestellt und urologisch überprüft werden, um weitere Immobilisierungen der Menschen zu minimieren.“

Auf dem 66. DGU-Kongress, der traditionell praxisrelevante Fortbildung auf höchstem Niveau und den Austausch klinischer und grundlagenwissenschaftlicher Forschung in allen Kerngebieten der Urologie umfasst, werden deshalb auch vermeintliche Randthemen wie Palliativmedizin, Sexualität im Alter, geriatrische Urologie und Supportivmedizin diskutiert.

In bewährter Form finden im Rahmen der Jahrestagung ein Pflegekongress für die urologischen Assistenz- und Pflegeberufe sowie ein berufspolitisches Forum von DGU und BDU statt. Auf der begleitenden Industrieausstellung werden rund 180 Unternehmen auf 4000 Quadratmetern Ausstellungsfläche vertreten sein. Die Nachwuchsförderung für urologische Assistenzärzte und –ärztinnen wird in Düsseldorf ebenso wie das Schülerprojekt „Werde Urologe/Urologin für einen Tag“ fortgesetzt. Auf dem obligatorischen Patientenforum stehen die Urologen einer breiten Öffentlichkeit Rede und Antwort zu Fragen der Sexualität im Alter. Der sogenannte Kongresslauf dient bereits zum dritten Mal einem guten Zweck und wird die urologische Versorgung in Ghana unterstützen. Das komplette Programm ist ab dem 1. Juli auf der Kongress-App „DGU 2014“ verfügbar und wird mittels neuer Medien und Veranstaltungen mit TED- und iPad-Formaten deutlich verjüngt und interaktiv präsentiert.

Mehr Nachhaltigkeit, unter anderem dank papierloser Registrierung, Kongress-Taschen aus Recycling-Material und der Weitergabe überschüssiger Lebensmittel an die Düsseldorfer Tafel, steht ebenfalls neu auf der Agenda des 66. DGU-Kongresses.

DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch lädt die Vertreter von Fach- und Publikumspresse herzlich nach Düsseldorf ein. „Das Pressegespräch am 1. Oktober, 11 bis 12 Uhr, die Pressekonferenz am 2. Oktober, 12 bis 14.30 Uhr sowie unsere neuen Öffentlichkeitsforen bieten zahlreiche interessante Themen mitten aus der Gesellschaft“, sagt die Münsteraner Urologin und verweist auf den „Medienpreis Urologie 2014“, der in diesem Jahr erstmals vergeben wird und mit 2500 Euro dotiert ist.

Akkreditierungen sind bereits jetzt unter www.dgu-kongress.de/index.php?id=317 möglich.

TERMINE

Pressegespräch
01. Oktober, 11 bis 12 Uhr

Patientenforum
01. Oktober, 18.30 bis 21 Uhr

Eröffnungs-Pressekonferenz
02. Oktober, 12 bis 14.30 Uhr

Öffentlichkeitsforen
Termine werden noch bekannt gegeben

Schülertag
02. Oktober, 8.30 bis 12 Uhr

Berufspolitisches Forum
03. Oktober, 8.30 bis 10 Uhr

Weitere Informationen
DGU-Kongress-Pressestelle
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel.: 040 – 79 14 05 60
Mobil: 0170 – 48 27 28 7
E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de
Internet: www.dgu-kongress.de

www.urologenportal.de

Erektile Dysfunktion – ein Tabuthema


Krebszeitung

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  • Strahlentherapie - Quelle: Deutsche Krebshilfe
    Radiologie

    Berlin – Technische Neuerungen erlauben es Strahlentherapeuten künftig, die hochpräzise Rotationstherapie auch an herkömmlichen Bestrahlungsgeräten durchzuführen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) anlässlich der Zulassung der neuen Technik in Deutschland hin. Bislang war diese Form der Bestrahlung nur an speziellen Geräten und wenigen deutschen Zentren möglich. Bei der Rotationstherapie dreht sich der Strahlenkopf permanent um den Patienten: Die Strahlen erreichen den Tumor punktgenau. Damit lässt sich die Effektivität der Strahlentherapie weiter steigern und die Behandlungszeit zum Teil deutlich verringern.

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  • Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V
    Hautkrebs

    Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.VSchleswig-Holstein hat sich vom Bundesland mit der höchsten zu dem mit der niedrigsten Melanom-Sterblichkeit entwickelt. Forscher der Universität zu Lübeck und des Dermato-logischen Zentrums Buxtehude berichten gemeinsam mit amerikanischen Kollegen in der renommierten internationalen Zeitschrift CANCER über die Entwicklung der Hautkrebs-sterblichkeit in Schleswig-Holstein. „Mit der Durchführung des Modelprojekts zum Haut-krebs-Screening hat sich die Sterblichkeit am Melanom in Schleswig-Holstein halbiert“, erklärt der Epidemiologe Prof. Dr. Alexander Katalinic, Universität zu Lübeck. „Damit hat sich Schleswig-Holstein vom Bundesland mit der höchsten zum Bundesland mit der niedrigsten Hautkrebssterblichkeit entwickelt“.

    Deutsch-amerikanische Studie veröffentlicht:

    In ihrer Studie untersuchten die Forschergruppen aus Lübeck, Buxtehude, Boston (USA) und Rhode Island (USA) die zeitliche Entwicklung der Hautkrebssterblichkeit (Melanom/schwarzer Hautkrebs) in Schleswig-Holstein und verglichen diese mit den direkt an Schleswig-Holstein angrenzenden Ländern, bzw. mit Deutschland. Während in den angrenzenden Regionen bzw. in Deutschland nur eine gleichbleibende Tendenz der Melanom-Sterblichkeit festgestellt werden konnte, kam es in Schleswig-Holstein seit Ende 2000 zu einem konstanten Rückgang. In einem zweiten Schritt wurden mögliche Gründe für den beobachteten Unterschied zwischen den Regionen untersucht, wie z.B. unterschiedliche Behandlungsformen oder Präventionsstrategien. „Einziger Faktor, der Schleswig-Holstein von den angrenzenden Regionen unterschied, war das Hautkrebs-Screening, das wir seit 1998 in Schleswig-Holstein im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen entwickelt haben“, erklärt der Dermatologe Prof. Dr. Eckhard Breitbart, Dermatologisches Zentrum Buxtehude. „Damit konnte weltweit erstmals gezeigt werden, dass ein Hautkrebs-Screening die Sterblichkeit des malignen Melanoms nachhaltig senken kann“.

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