Virusinduzierte Tumoren

Epstein-Barr-Virus (EBV)

Epstein-Barr-Virus (EBV)Neuherberg, 23. November. Am GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit konnte weltweit erstmals gezeigt werden, dass das Wachstum von Tumoren, die durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöst wurden, mit Hilfe eines kleinen Moleküls (small molecule Inhibitors) blockiert werden kann. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Signaltransduktion der Abteilung Genvektoren wurden in der Zeitschrift „Virology“ veröffentlicht.

Neuer Therapieansatz durch kleines Molekül

Das Epstein-Barr-Virus (EBV; elektronenmikroskopische Aufnahme links) ist eines der wenigen Viren, das bei der Entstehung von menschlichen Tumoren nachweislich eine entscheidende Rolle spielt. Hier sind das Hodgkin-Lymphom zu nennen, aber auch lebensbedrohliche lymphoproliferative Erkrankungen nach Organtransplantationen. Auch das Nasopharynx-Karzinom kann durch EBV ausgelöst werden.

Dr. Arnd Kieser, Leiter der Arbeitsgruppe „Signaltransduktion“, erklärt: „Durch das Forschungsprojekt konnte die entscheidende funktionale Rolle eines zellulären Signalwegs für die Zelltransformation durch das Virus gezeigt werden“. Dieser ist essentiell für die Vermehrung von infizierten Zellen. Daraufhin konnten mit Erfolg Hemmstoffe (Inhibitoren) des Enzyms Jun-Kinase (JNK) im Mausmodell bei der Behandlung von EBV-induzierten Tumoren eingesetzt werden. Bei dem Molekül handelt es sich um eine organische Stickstoffverbindung aus der Klasse der Anthrapyrazolone.

Zudem ist erwähnenswert, dass ein wichtiger Faktor der Wirtszelle als Zielstruktur dient und nicht, wie sonst üblich, ein virales Protein. Dies hat den Vorteil, dass sich das Virus sehr viel schlechter durch Mutation der Behandlung entziehen kann.

Arnd Kiesers Gruppe arbeitet seit Jahren an intrazellulären molekularen Signalwegen und Interaktionen mit Proteinen, die das LMP1-Onkogen des Epstein-Barr-Virus in den Zielzellen des Virus induzieren. Dabei konnte bereits früher der sogenannte JNK-Signalweg als Ziel der LMP1-Signaltransduktion identifiziert werden.

Die Arbeiten zeigen, dass durch hypothesengetriebene Grundlagenforschung potenzielle Zielstrukturen für die Behandlung virusinduzierter maligner Erkrankungen identifiziert werden können. „Unsere Resultate sind wichtige Teilschritte für mögliche Behandlungsansätze“, ergänzt Kieser.

  • Originalveröffentlichung: The c-Jun N-terminal kinase pathway is critical for cell transformation by the latent membrane protein 1 of Epstein-Barr virus. Virology. 2007 Oct 27; [Epub]
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 Weitere Informationen: GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit

Heinz-Jörg Haury, Leiter der Abteilung Kommunikation:
Tel: 089 3187-2460
Fax 089 3187-3324
E-Mail: oea@gsf.de

Pressemitteilung GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Michael van den Heuvel


Krebszeitung

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