Vitamin D: Neue Hoffnung für Krebspatienten

Schmerz - pixabay

Vom 2. bis 3. Mai kommen Forscher und Mediziner aus Europa und den USA in Krefeld zusammen, um neueste Ergebnisse über die Bedeutung von Vitamin D für die Vorbeugung und Behandlung von Krebserkrankungen zu präsentieren und zu diskutieren. Organisiert wird die Tagung unter anderem von den Homburger Dermatologen Professor Dr. Thomas Vogt und Professor Dr. Jörg Reichrath. Reichrath und sein Team erarbeiten Empfehlungen zum richtigen Umgang mit der Sonne und erforschen unter anderem, wie Vitamin D helfen kann, Hautkrebs vorzubeugen und zu behandeln.

Vitamin D, auch als Sonnenhormon bekannt, ist wichtig für den Körper: Es ist unter anderem an Prozessen des Knochenaufbaus, der Zellteilung und des Zellwachstums beteiligt und stimuliert das Immunsystem. Der Körper kann es in der Haut mit Hilfe von UV-B-Strahlen des Sonnenlichts selbst produzieren. „Dabei gilt, auf ein gesundes Maß zu achten und sich nicht stundenlang ungeschützt der Sonne auszusetzen und vor allem Sonnenbrand zu vermeiden“, sagt Professor Reichrath. Hat der Körper zu wenig Vitamin D, können Mangelerscheinungen auftreten. Eine der bekanntesten Formen ist die bei Kindern auftretende Rachitis, einer Störung des Knochenstoffwechsels.

„Seit geraumer Zeit legen zahlreiche Studien außerdem den Schluss nahe, dass Vitamin D bei der Entstehung von Krebs eine wichtige Rolle spielt“, sagt der Hautarzt weiter. Das macht es für die Krebsprävention und -therapie interessant. So haben zum Beispiel Homburger Forscher um Professor Michael Pfreundschuh kürzlich in einer Studie gezeigt, dass ein Vitamin D-Mangel den Erfolg einer Antikörper-Therapie bei Lymphom- Patienten gefährdet. Mediziner setzen bei verschiedenen Krebserkrankungen auf Antikörper, um das Immunsystem zu stimulieren. Fehlt hier Vitamin D, scheint die körpereigene Abwehr oft nicht richtig zu arbeiten.

Jörg Reichrath beschäftigt sich in seiner Forschung unter anderem mit der Frage, wie Vitamin D und chemisch ähnliche Verbindungen vor Hautkrebs schützen können. Er und seine Kollegen untersuchen beispielsweise das Zusammenspiel von Vitamin D und p53, einem Protein, das die Zellteilung bei Tumorzellen unterbinden kann. Kommt es hierbei zu Fehlern, können Veränderungen im Genom die Folge sein. Forscher haben diese Prozesse bereits bei Hautkrebs nachgewiesen.

Bei dem Kongress kommen Wissenschaftler und Mediziner aus Europa und den USA zusammen, um über aktuelle Forschungsergebnisse zu diskutieren. Neben der Rolle von Vitamin D bei Krebserkrankungen geht es zum Beispiel um Vitamin D bei Herzkreislauferkrankungen oder um UV-Strahlen und Schwarzen Hautkrebs. Reichrath organisiert das „5th international Symposium: Vitamin D and Analogs in Cancer Prevention and Therapy“ zusammen mit seinem Homburger Kollegen Professor Dr. Thomas Vogt und dem Krefelder Mediziner Professor Dr. Michael Friedrich. „Von der Tagung erhoffen wir uns, dass die neuen Erkenntnisse Auswirkungen auf die bislang geltenden Empfehlungen zur Prävention und Therapie von Krebserkrankungen haben“, so Reichrath. Unterstützt wird die Tagung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Einen wissenschaftlichen Artikel, der einen Überblick zum aktuellen Stand der Forschung über Vitamin D und p53 gibt, haben Reichrath und seine Kollegen kürzlich veröffentlicht:
http://journal.frontiersin.org/Journal/10.3389/fphys.2014.00166/abstract

Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Jörg Reichrath
Leitender Oberarzt Hautklinik
Universitätsklinikum des Saarlandes
Tel.: 06841 16-23802
E-Mail: joerg.reichrath(at)uks.eu

Jeder dritte Krebspatient braucht seelische Hilfe


Krebszeitung

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  • Links die normale Lage der Nebennieren (gelbe Pfeile) im Körper, rechts ein Nebennieren-karzinom in einer kernspintomographischen Darstellung. Bild: Medizinische Klinik
    Deutsche Krebshilfe

    Bonn (ek) – FOCUS Gesundheit strahlt am Dienstag, dem 9. Juni 2009, um 18:15 Uhr die 28. Folge von „in vivo – Das Magazin der Deutschen Krebshilfe“ aus. Die Sendung wird präsentiert von der TV-Moderatorin Annika de Buhr. Schwerpunkt der neuen Ausgabe ist Nierenkrebs. Weitere Beiträge befassen sich mit Therapieoptimierungsstudien im Kindesalter, Yoga als begleitender Therapie, aktueller Krebsforschung und einem Besuch im Mildred-Scheel-Haus in Dresden. Das Magazin bietet nicht nur Informationen rund um das Thema Krebs, sondern macht Betroffenen und Angehörigen Mut und gibt Hilfestellungen im Umgang mit der Erkrankung. DVDs mit den einzelnen Ausgaben von „in vivo“ können kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe bestellt werden. Die nächste Ausgabe von „in vivo“ wird am 14. Juli 2009 ausgestrahlt.

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    Bonn (hg) – Die Winter-Ausgabe des „Magazins der Deutschen Krebshilfe“ rückt Menschen in den Fokus, die sich mit aller Kraft gegen den Krebs einsetzen. Da sind zum einen zwei leidenschaftliche Skifahrer, die der Kampf gegen den Knochenkrebs vereint. Oder die vielen engagierten Unterstützer, die mit originellen Ideen Spenden sammeln. Mit dem Geld werden Projekte für die Krebsforschung ermöglicht, von denen einige in dieser Ausgabe vorgestellt werden.

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