Von der radikalen Operation bis zur Schlüsselloch-Chirurgie

Modernste Laser-Technik (Greenlight-PVP-Laser) ermöglicht eine schonende Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen. Foto: Urologische Universitätsklinik Heidelberg

Die Urologische Universitätsklinik Heidelberg bietet das gesamte Spektrum der Prostatachirurgie an / Schonender Eingriff durch computer-assistierte Operationstechnik. Am Prostata Centrum Heidelberg des Universitätsklinikums Heidelberg kann für jeden individuellen Patienten ein optimaler Behandlungsplan erstellt werden. Grundlage dafür ist, dass alle gängigen und alle modernen Therapieverfahren unter einem Dach verfügbar sind.

Modernste Laser-Technik (Greenlight-PVP-Laser) ermöglicht eine schonende Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen. Foto: Urologische Universitätsklinik HeidelbergDies berichtete Professor Dr. Markus Hohenfellner, Ärztlicher Direktor der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg, bei einer Pressekonferenz am 28. April 2005 in Heidelberg. „Grundsätzlich werden alle Patienten mit Prostatakrebs von mehreren Ärzten verschiedener Fachdsziplinen gesehen“, sagte Hohenfellner. Dann wird gemeinsam mit dem Patienten über die Therapie entschieden.

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH), die gutartige Prostatavergrößerung, ist die häufigste gutartige Erkrankung beim Mann. Etwa 50 Prozent aller Männer nach dem 50. Lebensjahr sind betroffen. Im 8. Lebensjahrzehnt lässt sich schließlich bei nahezu allen Männern eine BPH nachweisen. Die Entwicklung der Beschwerden ist jedoch mit den Gewebeveränderungen der Prostata nicht zwangsläufig assoziiert, so dass nur ca. 10 bis 20 Prozent aller Männer im Verlauf ihres Lebens wegen einer BPH behandelt werden müssen.

Die Gewebewucherungen in der Prostata werden vom Arzt schichtweise abgetragen; ihre Entfernung wird am Bildschirm millimetergenau kontrolliert. Im Vergleich zu früher angewandten Laserverfahren werden keine Gewebereste hinterlassen. Weiterer Vorteil dieser Technik ist der minimale Blutverlust; der GreenLight Laser erlaubt sogar die Behandlung von ausgewählten Patienten, die Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen.

Positiv wird von den Patienten auch die sehr kurze Verweilzeit des Katheters und der kurze Klinikaufenthalt von ca. 12 – 24 Stunden empfunden. Damit wird sich der GreenLight Laser in Zukunft möglicherweise nicht nur zu einer echten Alternative zu den bisherigen Operationsverfahren sondern auch zu verschiedenen langwierigen, teuren und nur bedingt wirksamen medikamentösen Therapieformen etablieren.

Interdisziplinäre Sprechstunde im Prostata Centrum Heidelberg des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

Die interdisziplinäre Betreuung im Prostata Centrum geschieht im Rahmen des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen, das im vergangenen Jahr als Kooperationsprojekt von dem Universitätsklinikum Heidelberg, dem Deutschen Krebsforschungszentrum, der Thoraxklinik Heidelberg-Rohrbach und der Deutschen Krebshilfe gegründet worden ist und die zentrale Tumorambulanz für Krebspatienten in Heidelberg ist.

„Seit Mitte 2004 wurden insgesamt etwa 2.800 Patienten im Rahmen der verschiedenen Sprechstunden des NCT betreut“, sagte Professor Dr. Dr. h. c. Volker Diehl, kommissarischer Leiter des NCT. Etwa 800 davon hatten bösartige Tumoren der Prostata.

Eine operative Entfernung des Tumors wird vor allem bei jüngeren Patienten ins Auge gefasst, deren Tumor sich noch nicht im Körper ausgebreitet hat und nicht die Organgrenze überschritten hat. Verschiedene Bestrahlungsmethoden oder eine Kombination mit einer Operation werden meist erwogen, wenn der Tumor die Prostatakapsel durchbrochen hat. Für lokal fortgeschrittene Stadien des Prostata-CA wird auch das HIFU-Verfahren (High Intensity Focus Ultrasound) angeboten. Im höheren Lebensalter wird von einer Operation oft abgesehen.

Sehr präzise und schonende Eingriffe erlauben es heutzutage, die Harnkontinenz und ggf. die Potenz zu erhalten und gleichzeitig den Tumor vollständig zu entfernen. Der Operateur kann dabei verschiedene Zugangswege wählen: über den Unterbauch, den Dammbereich oder minimal- invasiv im Rahmen der so genannten Schlüssellochtechnik. Je nach Eingriffsform muss der Patienten nur drei bis sieben Tage in der Klinik bleiben.

Weitere Information im Internet unter:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/urologie

Ansprechpartner:
Professor Dr. Markus Hohenfellner
Urologische Universitätsklinik Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 110
Tel: 06221 / 56 63 21
Fax: 06221/ 56 53 66

Pressemitteilung Universitätsklinikum Heidelberg, Dr. Annette Tuffs


Krebszeitung

--Download Von der radikalen Operation bis zur Schlüsselloch-Chirurgie als PDF-Datei --


  • Krebssymbol - pixabay
    Deutsche Krebshilfe

    Forscher untersuchen den Einfluss von Krebs auf die Lebensqualität

    Heidelberg (gb) – Die Diagnose Krebs verändert schlagartig das Leben der Betroffenen. Sie löst Angst und Unsicherheit aus: vor der Behandlung, vor Nebenwirkungen und vor der Zukunft. Aber verschlechtert sich auch die Lebensqualität? Dieser Frage gehen Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg nach. In der sogenannten „LinDe-Studie“ befragen sie mehr als 10.000 gesunde und kranke Menschen nach ihrer Lebensqualität. Die Deutsche Krebshilfe fördert die Studie mit 356.000 Euro.

    „‚LinDe‘ bedeutet Lebensqualität in Deutschland“, erläutert Dr. Volker Arndt von der Abteilung Klinische Epidemiologie und Altersforschung den Namen der Studie. „Mit Hilfe der in der Studie erhobenen Daten werden wir viele drängende Fragen beantworten können: Wie schätzen die Deutschen ihre Lebensqualität ein? Was beeinflusst diese? Wie beeinträchtigen chronische Erkrankungen, insbesondere Krebserkrankungen langfristig die Lebensqualität?“

    […mehr lesen]

  • Brustkrebszellen - Quelle: Dr. Lutz Langbein, Deutsches Krebsforschungszentrum
    Brustkrebs

    Brustkrebszellen - Quelle: Dr. Lutz Langbein, Deutsches KrebsforschungszentrumResistenzen gegen Medikamente sind der Hauptgrund dafür, dass Brustkrebs bei vielen Patientinnen nicht wirksam bekämpft werden kann. Wissenschaftlern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum ist es nun gelungen, Tamoxifen-resistente Brustkrebszellen mit Hilfe eines winzigen RNA-Moleküls wieder empfindlich für das Medikament zu machen. Die RNA-Schnipsel unterdrücken die Bildung eines Proteins, das das Krebswachstum fördert. Hinweise darauf, dass sie auch klinisch eine Rolle spielen, fanden die Forscher in Gewebeproben von Brusttumoren.

    Viele Brustkrebspatientinnen erhalten das Medikament Tamoxifen. Der Wirkstoff blockiert die Wirkung des Östrogens und unterdrückt dadurch die Wachstumssignale des Hormons in den Krebszellen. Während der Entwicklung von Resistenzen gegen das Medikament schalten Tumorzellen auf ein anderes Wachstumsprogramm um: Sie verändern Verhalten und Gestalt, werden beweglicher und erlangen auch die Fähigkeit, in umgebende Gewebe einzudringen. Diese Veränderungen beobachteten Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum um PD Dr. Stefan Wiemann auch an Tamoxifen-resistenten Brustkrebszellen.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit