Was Patienten heute wissen sollten

Histologischer Schnitt durch eine Prostata mit normaler Drüsenstruktur (links) und Tumorzellherden (rechts). Farblich unterscheidbar sind Zellkerne (braun), Bindegewebe (blau) und Drüsenlumen (weiße Bereiche). Maßstab/ Vergrößerung: 200-fach Quelle: NGFN

Medizinischer Fortschritt und Patienteninformation sollen Hand in Hand gehen: Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) präsentiert im Rahmen ihrer 61. Jahrestagung in Dresden die neue interdisziplinäre S3-Prostatakarzinom-Leitlinie und klärt nahezu zeitgleich in einem Laienforum über deren Bedeutung für die Patientenversorgung auf.

Laienforum der Urologen in Dresden klärt über neue Prostatakrebs- Leitlinie auf

Betroffene und interessierte Besucher haben auf der öffentlichen und kostenfreien Veranstaltung der DGU und des Bundesverbands Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS), am Donnerstag, 17. September 2009 von 19.30 bis 21.00 Uhr im Internationalen Congress Centrum Dresden (ICC ), Gelegenheit, sich über die Relevanz der aktuellen Behandlungsempfehlungen beim Prostatakarzinom zu informieren. Im Anschluss an die Experten-Beiträge stellen sich die Referenten den Fragen der Besucher.

„Ärztliche Aufklärung außerhalb des Sprechzimmers hat eine besondere Qualität; sie ist gut verständlich, zumal das Schicksal des Einzelnen und dessen Betroffenheit in den Hintergrund tritt, und kann eine generelle Information über die Therapie leisten“, sagt der Fürther Urologe Professor Dr. Lothar Weißbach, der in seinem Beitrag die Frage beantwortet, wie der Patient mit Prostatakrebs behandelt werden soll.

„Die neue Leitlinie berücksichtigt das Erkrankungsstadium und die individuelle Situation des Patienten sowie seine Präferenzen. Das gilt insbesondere für die frühen Erkrankungsstadien, die es ermöglichen, die Wünsche des Patienten, seine familiäre Situation, seine Vorgeschichte und seinen Anspruch auf Lebensqualität in die Therapieentscheidung mit einfließen zu lassen. Dabei wird, vor dem Hintergrund der Früherkennungs-Diskussion die Bedeutung von Active Surveillance (Aktive Überwachung) als Therapieoption zunehmen. Außerdem betont die Leitlinie die vermehrte Pflicht zur Information durch den Arzt.“

Paul Enders, stellvertretener Vorsitzender des BPS, erklärt in seinem Beitrag, was Prostatakrebspatienten aus Sicht der Selbsthilfegruppen heute über die Erkrankung, ihren Verlauf und ihre Behandlung wissen sollten. Weiterhin wird er darauf eingehen, was eine solche Leitlinie bei den Patienten erreichen soll und kann.

Der Vorsitzende der Dresdner Urologen-Tagung und amtierende DGU Präsident, Professor Dr. med. Dr. h. c. Manfred Wirth, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, begrüßt die Besucher des Laienforums und macht deutlich, dass mit der Erstellung der wissenschaftlichen „Interdisziplinären Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms“ ein wesentlicher Schritt für die Optimierung der Patientenversorgung getan wurde. „Gefördert von der Deutschen Krebshilfe, entstand die Leitlinie unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. und der Mitarbeit von sechs Fachgesellschaften, zwei Berufsverbänden, des Dachverbandes der Selbsthilfegruppen und der Deutschen Krebsgesellschaft“, so Professor Dr. Wirth.

„Auf unserem Patientenforum erhält der Laie Einblick in die äußerst komplexe Entstehung wissenschaftlicher Aussagen, in den Meinungsabgleich von Fachvertretern der verschiedenen medizinischen Disziplinen und in den schwierigen Prozess der Konsensusfindung, an dessen Ende nun Behandlungsempfehlungen stehen, die den Patienten vor Angeboten, die kein wissenschaftliches Fundament haben, schützen“, resümiert Professor Dr. Weißbach und weist auf die begleitende Patientenleitlinie hin, die Ende 2009 als evidenzbasierter Ratgeber veröffentlicht wird und den Inhalt der wissenschaftlichen S3-Leitlinie in verständlicher Form wiedergibt.

Terminhinweis:

Öffentliches Patientenforum

„Was gibt es Neues beim Prostatakrebs:
Die neue Prostatakrebs-Leitlinie – Bedeutung für die Patientenversorgung“

Donnerstag, 17. September 2009,
19.30 bis 21.00 Uhr,
Internationales Congress Centrum Dresden (ICC )

Weitere Informationen:

DGU-Kongress- Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers & Sabine Martina Glimm
Stremelkamp 17,
21149 Hamburg

Tel.: (040) 79 14 05 60,
www.dgu-kongress.de
www.urologenportal.de

Kongress-Akkreditierung für Medienvetreter und Anmeldung zu den Pressekonferenzen:www.presseportal.de/otsEinladung/event/8a988089ab

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., Bettina-Cathrin Wahlers


Krebszeitung

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  • Humane Papillomviren (HPV) - Quelle: Dana Holzinger, DKFZ
    dkfz

    Humane Papillomviren (HPV) - Quelle: Dana Holzinger, DKFZPatienten mit Krebserkrankungen im Mund-Rachenraum haben eine günstigere Prognose, wenn ihr Tumor durch humane Papillomviren verursacht ist. Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Universitätsklinikum Heidelberg identifizierten nun Biomarker, mit denen sie die Krebsfälle mit günstigem und ungünstigem Verlauf voneinander unterscheiden können. Die beiden Formen der Erkrankung können möglicherweise unterschiedlich therapiert werden.
     
    Etwa ein Viertel der Krebserkrankungen des Mund-Rachen-Raums geht auf eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) zurück. In erster Linie ist der Virustyp HPV16 beteiligt, auf dessen Konto auch rund 60 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs gehen. Patienten mit Mund-Rachen-Tumoren, die durch HPV verursacht sind, haben eine bessere Überlebensprognose als Betroffene, in deren Tumor der Erreger nicht gefunden wird. Diese Form der Erkrankung gilt größtenteils als alkohol- und tabakbedingt.

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  • Prof. Dr. med. Bernd Wullich - Quelle: Wahlers-PR
    DGU-Kongress 2010

    Prof. Dr. med. Bernd Wullich - Quelle: Wahlers-PRWährend die Mehrzahl der Patienten mit Prostatakarzinom eine gute Prognose aufweist, stellt das metastasierte Prostatakarzinom eine inkurable Erkrankung dar. Allein in Deutschland versterben etwa 11.000 Patienten pro Jahr an diesem Tumor. Nahezu alle Patienten entwickeln nach einem anfänglich guten Ansprechen auf eine Androgenentzugstherapie einen Tumorprogress, der über die Bildung von Metastasen schließlich zum Tod des Patienten führt. Der Begriff des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) ersetzt dabei zunehmend die Begriffe „hormonrefraktäres“ und/oder „Androgen-unabhängiges“ Prostatakarzinom.

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