Wege zur personalisierten Brustkrebs-Therapie

Die Bildfolge zeigt die Isolierung einer Brustkrebszelle (kleiner Kreis links und Mitte) und rechts einen Ausschnitt aus ihrem »molekularen Porträt«. - © Fraunhofer ITEM

Die Therapie von Brustkrebs genauer auf die jeweilige Patientin abzustimmen und so erfolglose Behandlungen zu vermeiden: Dieses Ziel haben sich die Charité – Universitätsmedizin Berlin und elf Partnerinstitutionen aus insgesamt sechs Ländern gesetzt. Sie gaben jetzt den Startschuss für das EU-Forschungsprojekt RESPONSIFY.

Schlüssel zum Erfolg soll die Entwicklung neuer Biomarker-Tests sein, wie Prof. Carsten Denkert, Leiter des Projekts am Institut für Pathologie der Charité, erläutert. Biomarker-Tests geben Hinweise darauf, ob und wie eine Behandlung sich bei der jeweiligen Patientin auswirkt. Die Tests sollen bereits vor der operativen Tumor-Entfernung die Vorhersage erleichtern, welche Therapie bei einer Patientin erfolgversprechend ist.

Durch den Beginn der Behandlung bereits vor der Operation, die sogenannte neoadjuvante Therapie, soll der Tumor schon präoperativ deutlich verkleinert werden. Erst dann entfernen die Ärzte das restliche Tumorgewebe. Bisher ist der Ablauf bei Brustkrebs in den meisten Fällen noch umgekehrt: Erst nach der Entfernung und Untersuchung des Tumors wählen die Mediziner die Therapie aus. „Die neoadjuvante Therapie hat den Vorteil, dass das Ansprechen des Tumors auf die Therapie direkt sichtbar wird“, erläutert Denkert: „Daher können wir leichter beurteilen, welche Biomarker zur Steuerung der Therapie geeignet sind.“

Brustkrebs ist in Deutschland wie in vielen anderen Industrienationen auch die häufigste Krebserkrankung der Frau. Pro Jahr erkranken hierzulande mehr als 55.000 Frauen daran.

Im RESPONSIFY-Projekt werden die Untersuchungen sehr eng mit klinischen Studien der German Breast Group (GBG) verknüpft, so dass die Ergebnisse schneller in die klinische Praxis umgesetzt werden können. Unter wissenschaftlicher Leitung von Privatdozentin Dr. Sibylle Loibl (GBG) arbeiten neben der Charité unter anderem noch das Stockholmer Karolinska Institutet, das französische Institut Gustave Roussy und das University College London sowie mehrere kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) aus verschiedenen europäischen Ländern an dem Vorhaben mit. Die EU-Kommission fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt im Zuge des 7. Forschungsrahmenprogramms mit rund sechs Millionen Euro unter dem Titel “RESPONSIFY – Genome-based biomarkers leading to validated molecular diagnostic tests for response prediction in breast cancer “ (Grant- Agreement-Nummer HEALTH-F5-2012-278659).

Kontakt:
Prof. Dr. med. Carsten Denkert
Institut für Pathologie Charité Campus Mitte
t +49 30 450 536 047
carsten.denkert@charite.de

Pressemitteilung Charité-Universitätsmedizin Berlin, Dr. Julia Biederlack


Krebszeitung

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  • Mikroskopische Aufnahme eines Gewebsschnitts durch einen Dickdarmtumor mit Spezialfärbung: Die blau angefärbten Zellen produzieren den Wachstumsfaktor Epiregulin. Es handelt sich zum Großteil um Bindegewebszellen (Tumorfibroblasten). - Foto: Dr. Clemens Neufert
    Darmkrebs

    Darmkrebs ist eine schleichende Erkrankung, die meist unbemerkt fortschreitet. Er entsteht aus Vorstufen, die aus Veränderungen in der Darmschleimhaut – Polypen bzw. Adenomen – hervorgehen. Das Risiko steigt ab dem 50. Lebensjahr immer weiter an. Es besteht ein erhöhtes Risiko, wenn bereits nahe Verwandte an Darmkrebs erkrankt sind. Rechtzeitig entdeckt ist Darmkrebs heilbar. Je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen! Durch eine Vorsorge-Koloskopie können Krebsvorstufen entdeckt und entfernt werden. Das Erkrankungsrisiko sinkt dadurch erheblich.

    Etwa sechs Prozent der Bundesbürger erkranken im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs. 2013 wird es nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts in Deutschland mehr als 65.000 Neuerkrankungen geben. Jedes Jahr sterben etwa 40 Prozent der Neuerkrankten, das sind rund 26.000 Menschen. Nach Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern ist der Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung. Nach Lungenkrebs ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland.

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