Weltkrebstag: Krebs ist heute besser behandelbar

Krebssymbol - pixabay
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Mehr Langzeitüberlebende dank der Fortschritte in Vorsorge und Therapie

Der Kampf gegen Krebs zeigt Erfolge. Obwohl die Anzahl der Erkrankungen weiter zunimmt, sterben immer weniger Menschen an Krebs. Aktuell können mehr als die Hälfte aller Krebspatientinnen und -patienten geheilt werden. Vor 30 Jahren war es gerade mal ein knappes Drittel. „Diese Zahlen machen Mut und zeigen, dass die Krebstherapie in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat“, sagt Prof. Peter Michael Schlag, Direktor des Charité Comprehensive Cancer Centers anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar.

Immer mehr an Krebs Erkrankte dürfen auf eine längere Lebenszeit hoffen. „Wir können Krebs im fortgeschrittenen Stadium zwar meist nicht heilen, aber wir können ihn dank der Kombination vieler Verfahren mittlerweile sehr häufig zu einer chronischen Langzeiterkrankung machen“, sagt Krebsexperte Prof. Schlag. Aussicht auf Heilung haben vor allem Patientinnen und Patienten, bei denen der Krebs frühzeitig entdeckt wird. Für häufige Krebserkrankungen wie Brust-, Darm-, Prostata- oder Hautkrebs gibt es Programme zur Früherkennung, die von den Krankenkassen getragen werden. So hat sich die Sterberate bei Gebärmutterhalskrebs halbiert, seit Anfang der 1980er Jahre gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen eingeführt wurden, mit denen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert werden können. Auch Impfprogramme gegen diese Krebsart haben zu der positiven Entwicklung beigetragen. Sie könnten zukünftig auch bei anderen Tumorarten Bedeutung erlangen. Weitere Fortschritte erwarten sich die Krebsforscher von der Entwicklung spezifischer Bluttests, bei denen sogenannte Biomarker zur Krebsfrüherkennung eingesetzt werden.

Mit den neuen therapeutischen Möglichkeiten sind heute viele Tumore selbst im fortgeschrittenen Stadium besser behandelbar und Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen wie Brust- und Darmkrebs, Leukämie oder Lymphomen überleben länger. Problematisch aber bleiben Krebsarten, für die es bislang keine zuverlässigen Methoden der Früherkennung oder ausreichend effektive Therapien gibt, wie es beispielsweise bei Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- oder Eierstockkrebs der Fall ist. Allerdings haben spezialisierte Forschungszentren auch auf diesen Gebieten in den letzten fünf Jahren bemerkenswerte Fortschritte erzielt. Generell ist bei der Behandlung von Tumoren seit etwa 10 bis 15 Jahren eine Trendwende zu erkennen. So wurden innovative Substanzen entwickelt und eingeführt, die die molekularen Zielstrukturen des Tumors attackieren. „Der Weg hin zu interdisziplinären Spezialisten-Teams, die die Therapien gemeinsam planen und durchführen, hat erheblich zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen“, erklärt der Direktor des Tumorzentrums der Charité. „Denn die Zusammenarbeit bezieht sich nicht nur auf die verschiedenen medizinischen Disziplinen, sondern auch auf die direkte Einbindung von Molekulargenetik und Zellbiologie.“

„Wir sind dem Krebs keinesfalls völlig machtlos ausgeliefert“, sagt Prof. Schlag. „Jeder kann heute aktiv etwas gegen Krebs tun. Das fängt schon bei einem gesunden Lebensstil ohne Zigaretten und mit ausgewogener Ernährung und sportlicher Betätigung an.“ Ebenso wichtig sei aber auch die Teilnahme an Programmen zur Früherkennung und die Behandlung in einer Einrichtung, die auf die jeweilige Tumorerkrankung spezialisiert ist. Prof. Schlag betont, dass Krebs aber weiterhin eine global wichtige und komplexe Herausforderung bleibe. „Um die Überwindung der Erkrankung weiter voranzutreiben, ist es notwendig, in übergreifenden und international ausgerichteten Netzwerken zusammenzuarbeiten.“

Über das Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC)
Als Dach der gesamten Tumormedizin der Charité koordiniert das Charité Comprehensive Cancer Center jedes Jahr die Behandlung von mehr als 10.000 Tumorpatienten. In dem seit 2008 als ersten in Deutschland voll zertifizierten klinischen Tumorzentrum werden die Patienten in allen Phasen der Erkrankung nach einem klar definierten Behandlungsstandard interdisziplinär versorgt. Der Zugang zu innovativen Therapien und zu klinischen Studien gehört ebenso zum umfassenden Versorgungskonzept wie die Nachsorge oder die Beratung durch Psychoonkologen, Mitarbeiter des Sozialdienstes, Physio- und Ernährungstherapeuten.

Kontakt:
Prof. P. M. Schlag
Direktor des Charité Comprehensive Cancer Center
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 564 622
peter-michael.schlag[at]charite.de

Pressemitteilung Charité-Universitätsmedizin Berlin, Stefanie Winde


Krebszeitung

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  • Ein Beispiel der Krebs- Früherkennung ist die HPV-Testung (HPV ist ein Virus, der bei Frauen Gebärmutterhalskrebs auslösen kann.
    Gebärmutterhalskrebs

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