Wesentlich besser als Röntgen-Mammographie

Plakatmotiv Ich bin dabei - Kooperationsgemeinschaft Mammographie | Urs Kuckertz Photography

Magnetresonanz-Mammographie entdeckt kleinste Brusttumoren, bevor Metastasen entstehen/ 200 internationale Experten tagen vom 27. bis 29. September in Jena

Die Magnetresonanz-Mammographie (MRM), die Kernspinuntersuchung der Brust, ist eine höchst genaue und dazu strahlungsfreie Methode zum Nachweis kleinster Brusttumoren. „Wir finden damit selbst drei Millimeter kleine Krebsherde“, erklärt Prof. Werner A. Kaiser, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie I am Universitätsklinikum Jena, einer der Pioniere auf dem Gebiet der MRM. „Die Methode ist also erheblich genauer als die beim Screening verwendete Röntgen-Mammographie.“

Das Verfahren und seine Möglichkeiten sind Thema des 6. Internationalen MRM-Kongresses, der vom 27. bis 29. September in Jena stattfindet. Über 200 Radiologen, Onkologen und Medizinphysiker werden die aktuellen Entwicklungen dieser Früherkennungsmethode für Brustkrebs diskutieren. Dazu werden weltweit führende MRM-Experten aus Europa und Übersee in Jena erwartet. „Unser Ziel ist es, die Früherkennung von Brustkrebs weiter zu verbessern und Therapieverfahren zu entwickeln, mit denen wir bereits Kleinsttumoren bekämpfen können, noch bevor Metastasen entstehen“, sagt Werner Kaiser zu den Aufgaben im Kampf gegen den Brustkrebs, der nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen ist.

Röntgen-Mammographie übersieht die Mehrheit der Karzinome im Frühstadium

Das in Deutschland entwickelte Verfahren der Magnetresonanz-Mammographie wird derzeit zur Abklärung unklarer Röntgenbefunde, zur OP-Planung und zur Nachkontrolle eingesetzt. Die Auswertung der über 1000 Einzelbilder je Seite setzt große Erfahrung voraus, ist dann aber Röntgen und Ultraschall weit überlegen. Besonders hoch ist die Aussagekraft beim Ausschluss bösartiger Tumoren: Wenn die MRM keinen bösartigen Tumor nachweist, dann ist auch tatsächlich in 99% kein invasiver maligner Tumor in einer Größe von mehr als drei Millimeter vorhanden. „Die Frauen haben ein Recht auf eine ehrliche Information, weil die Röntgen-Mammographie die Mehrheit der Karzinome im Frühstadium übersieht“, so Kaiser. „Dies wurde auch kürzlich in einer großen Studie an über 42.000 Patientinnen wieder bestätigt.“

In einer seit 2006 mit der Techniker Krankenkasse bestehenden Kooperation wurden am Universitätsklinikum Jena über 1500 Patientinnen untersucht. „Dabei konnten wir auch das Argument der hohen Kosten entkräften“, so Professor Kaiser. „Die Diagnose ohne MRM stellte sich mit nachfolgenden Biopsien als 2,5mal teurer heraus als die mit MRM abgesicherte frühzeitige Diagnose.“

Auf dem 6. Internationalen MRM-Kongress tragen die weltweit führenden Experten in über 100 Vorträgen aktuelle Ergebnisse zusammen. Schwerpunkte bilden die Untersuchungstechniken, die neuen Erkenntnisse zur Tumorentstehung, die Auswertung der Bilder und die Unterscheidbarkeit zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren sowie neue Kontrastmittel unter Einsatz des Verfahrens zur Überwachung des Therapieerfolges.

Terminhinweis:
6. Internationaler Kongress zur MR-Mammographie,
27. – 29. September 2012,
Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fürstengraben 1,
07743 Jena
Kongress-Homepage: www.idir.uniklinikum-jena.de/mrm2012.html

Kontakt:
Prof. Dr. med. Dipl. Chem. Werner A. Kaiser
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie I,
Universitätsklinikum Jena
Tel: 03641/9324805
E-Mail: Werner.Kaiser[at]med.uni-jena.de

Pressemitteilung Universitätsklinikum Jena, Dr. Uta von der Gönna


Krebszeitung

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    Forschung

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