Wirbel um Active Surveillance beim Prostatakarzinom

Unter dem Rasterelektronenmikroskop: Hydrogel mit hoher Porendichte als mögliche Basis eines Prostata-Modells (Aufnahme: Dr. Friederike J. Gruhl, KIT)

DGU kritisiert voreilige Schlussfolgerungen aus HAROW-Studie

Erstmalig wurden Daten der sogenannten HAROW-Studie auf dem Kongress der European Association of Urology (EAU) in Stockholm von der Studienleitung präsentiert. Es handelt sich um eine Registerstudie zur Behandlung des lokalisierten Prostatakarzinoms, also eine Studie zur Versorgungsforschung. Bei über 3000 registrierten Patienten werden die Krankheitsverläufe des Prostatakarzinoms dokumentiert.

„Die Studie kann bislang bei sehr kurzer Nachbeobachtungszeit nicht viel mehr liefern als die Rohdaten der registrierten Patienten“, stellt Prof. Dr. Oliver Hakenberg, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), fest. Das erklärte Ziel der Studie sei es, so Prof. Hakenberg, die „defensive“ Behandlung des lokalisierten Prostatakarzinoms mit niedrigem Risiko zu propagieren, da angeblich in Deutschland zu oft unnötig operiert oder bestrahlt würde. Die Schlussfolgerungen, die in Stockholm präsentiert wurden, waren dann auch, dass in Deutschland zu wenig „defensive“ Behandlung in Form von aktiver Überwachung (Active Surveillance) erfolgte.

Prof. Hakenberg: „Allerdings geben die bislang verfügbaren Daten der HAROW-Studie dies nicht her. Die Nachbeobachtungszeit für die registrierten Active Surveillance -Patienten ist mit 1,84 Jahren viel zu kurz, um überhaupt etwas zum Verlauf des Prostatakarzinoms aussagen zu können. Dennoch wird die Active Surveillance als sehr gute Therapieoption gelobt und gleichzeitig in der Presserklärung eine höhere Vergütung für die Urologen gefordert, die Active Surveillance durchführen.“ Was das eine mit dem anderen wissenschaftlich verbinde, bleibe unklar.

Der DGU-Generalsekretär erklärt weiter: „Dass die Vorstellung dieser dürftigen Daten der HAROW-Studie mit großem Aufwand an Publicity durch Pressekonferenz und Pressemitteilungen der Studienleitung gestreut wurde und auch Eingang in verschiedenste Medien fand, zeigt, wie undifferenziert hier mit vermeintlichen Studienergebnissen umgegangen wird. Das erhoffte Studienergebnis sollte nicht mit dem tatsächlichen Studienergebnis gleichgesetzt werden und schon gar nicht, bevor die mehrjährige Beobachtungszeit, die notwendig ist, um überhaupt von Ergebnissen zu sprechen, auch nur annähernd erreicht ist.“

Kontakt:
Prof. Dr. med. Oliver Hakenberg
Universitätsklinik Rostock, Med. Fakultät Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik
Ernst-Heydemann-Straße 6
18055 Rostock
E-Mail: oliver.hakenberg@med.uni-rostock.de

Weitere Informationen:
DGU-Pressestelle
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel.: 040 – 79 14 05 60
Mobil: 0170 – 48 27 28 7
E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.urologenportal.de

UDE/UK Essen: Metastasierung verstehen


Krebszeitung

--Download Wirbel um Active Surveillance beim Prostatakarzinom als PDF-Datei --


  • Wie tragen die adenoviralen Proteine zur Transformation einer Zelle bei? - Quelle: Timo Sieber
    Forschung

    Wie tragen die adenoviralen Proteine zur Transformation einer Zelle bei? - Quelle: Timo SieberWelchen Effekt üben krebserregende Adenoviren auf die Stabilität des zellulären Erbguts aus? Mit dieser Fragestellung befasst sich ein neues Forschungsvorhaben am Heinrich-Pette-Institut in Hamburg ( www.hpi-hamburg.de ), das von der Wilhelm-Sander-Stiftung gefördert wird. Dr. Timo Sieber und Prof. Dr. Thomas Dobner aus der Abteilung für Molekulare Virologie untersuchen die Wirkung dreier Proteine von Adenovirus Typ 5: E1B-156R, E4orf3 und E4orf6. Sie stehen im Verdacht, das Erbgut infizierter Zellen zu destabilisieren und dadurch zur Entartung der Zellen beizutragen.

    […mehr lesen]

  • Mikroskopische Aufnahme eines Gewebsschnitts durch einen Dickdarmtumor mit Spezialfärbung: Die blau angefärbten Zellen produzieren den Wachstumsfaktor Epiregulin. Es handelt sich zum Großteil um Bindegewebszellen (Tumorfibroblasten). - Foto: Dr. Clemens Neufert
    Darmkrebs

    Publikation in „Cancer Research“

    Im Blut zirkulierende Zellen von Darmkrebstumoren sind in der Regel gefährlicher als das Krebsgeschwür: Diese Einzelgänger nisten sich in anderen Organen – zum Beispiel der Leber oder der Lunge – ein und bringen viele Patienten in Lebensgefahr. Wie es den Zellen gelingt, sich auf ihrem Weg vom Tumor zum neuen Organ gegen das Immunsystem des Menschen wirksam zu schützen, konnten Forscher der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden in einem mehrjährigen Vorhaben nachweisen. Die Ergebnisse wurden am 15. März in der Printversion der amerikanischen Fachzeitschrift Cancer Research veröffentlicht (DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-13-1885).

    „Nicht der Darmkrebs führt zum Tod der Patienten, sondern seine Metastasen, die lebenswichtigen Organen massiv zusetzen. Sie entstehen aus Zellen, die vom Tumor gestreut werden und so ins Blut gelangen. Darum forschen wir seit Jahren intensiv zu Fragen dieser zirkulierenden Krebszellen“, sagt Prof. Jürgen Weitz, Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Der vor zwei Jahren nach Dresden gewechselte Krebsexperte leitet neben der Klinik ein Wissenschaftlerteam, das unter anderem mehrere in Heidelberg begonnene Forschungsprojekte am Dresdner Uniklinikum fortsetzt. Die jetzt publizierten Ergebnisse sind das Resultat eines Teilprojekts der Klinischen Forschergruppe „Das kolorektale Karzinom: Der Weg vom Primärtumor zur Metastase“ (KFO 227), die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wird.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit

  • Behörden hoffen auf experimentelle Ebola-Therapie
    am 14. August 2018 um 16:42

    Behörden hoffen auf experimentelle Ebola-Therapie  SPIEGEL ONLINEEbola im Kampfgebiet  Süddeutsche.deWHO sieht große Gefahr für Ausbreitung von Ebola im Kongo  Deutsches Ärzteblatt«Kongo hat bewiesen, dass es diese Krankheit bekämpfen kann»  Schweizer Radio und […]

  • Mehr als doppelt so viele Zecken wie 2017: So schützen Sie sich vor einer Infektion
    am 14. August 2018 um 15:18

    Mehr als doppelt so viele Zecken wie 2017: So schützen Sie sich vor einer Infektion  kreiszeitung.deRekord-Zahl an Zeckenstichen: «Da muss etwas anderes am Laufen sein»  az Aargauer Zeitung«Meine Begeisterung für Zecken hält seit bald 40 Jahren an»  Schweizer Radio und Fernsehen […]

  • Wird durch Mücken übertragen: Das West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus
    am 14. August 2018 um 15:11

    Wird durch Mücken übertragen: Das West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus  Berliner ZeitungGefährliches West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus  General-AnzeigerRotes Kreuz Vorarlberg testet Blutspenden auf West-Nil-Virus  VOL.AT - Vorarlberg OnlineKKH warnt: Immer mehr Infektionen durch […]

  • Deepmind: Künstliche Intelligenz erkennt Augenkrankheiten
    am 14. August 2018 um 15:11

    Deepmind: Künstliche Intelligenz erkennt Augenkrankheiten  heise onlineDeepmind-System diagnostiziert Augenkrankheiten  Golem.deKünstliche Intelligenz: Google-KI diagnostiziert über 50 Augenkrankheiten  VRODOFull coverag […]

  • Kardiologen warnen vor Doping im Breitensport
    am 14. August 2018 um 14:52

    Kardiologen warnen vor Doping im Breitensport  Deutsches ÄrzteblattFreizeitsportler gefährden immer öfter ihre Herzgesundheit mit Doping  Ärzte ZeitungFull coverag […]