WC500039606

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  • Gliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil). © Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKB
    Forschung

    Hirnhautkrebs, das sogenannte Meningeom, verläuft in den meisten Fällen gutartig. Patienten sind nach einer Operation jedoch einem erheblichen Wiedererkrankungs-Risiko ausgesetzt. Außerdem besteht bei seltenen bösartiger Formen die Gefahr, dass Sie in das Hirngewebe einwachsen, was für den Patienten eine schlechte Heilungschance bedeutet. Die Entwicklung zu solch einem aggressiven atypischen Tumor könnte durch das kleine Molekül miRNA-145 unterdrückt werden. Prof. Dr. Christian Mawrin und sein Team am Universitätsklinikum Magdeburg untersuchen die Rolle der miRNA-145 daher in einem aktuellen Forschungsprojekt und können bereits erste Ergebnisse vorweisen.

    MicroRNAs (miRNAs) sind besonders kleine Nukleinsäure-Moleküle, deren Bedeutung erst in den vergangenen zehn Jahren erkannt wurde. Die bis dahin bekannten RNA-Klassen waren entweder direkt für die Bildung spezifischer Eiweiße der Zelle verantwortlich oder ganz allgemein für die Eiweißsynthese notwendig. Im Gegensatz dazu fungieren die miRNAs als Regulatoren. So hemmt jede Sorte miRNA die Bildung einer bestimmten Serie zellulärer Eiweiße. In deren Genen sind entsprechende Andockstellen für die jeweilige miRNA ausgeprägt. Zwar können solche Zielstrukturen im Erbgut durch eine Computeranalyse identifiziert werden, eine gute Vorhersage der tatsächlichen Hemmwirkung in lebenden Zellen ist dennoch nicht möglich. Diese muss experimentell aufgeklärt werden. In den vergangenen Jahren wurde zunehmend erkannt, dass manche miRNAs als krebsfördernd wirken, andere jedoch einer Entartung entgegenwirken. Von der miRNA-145 nehmen Forscher an, dass sie bei verschiedenen Tumoren eine hemmende Funktion ausübt.

  • Leukämiezellen
    Leukämie

    Berlin, 15. November 2013 – Heute wurde die Marktrücknahme des gezielten Medikamentes Bosutinib (Bosulif®) für die Behandlung von Patienten mit Chronischer Myeloischer Leukämie (CML) angekündigt. Nach den Verhandlungen mit den Krankenkassen entspricht der in Deutschland zu erzielende Preis nicht den Erwartungen des Herstellers. Bereits im Oktober hatten die Zulassungsbehörden in Europa und den USA vor schweren Nebenwirkungen von Ponatinib (Iclusig®), einem anderen und gezielten Medikament für Patienten mit CML, gewarnt.

    Nach Ansicht der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. geben die beiden Ereignisse Gelegenheit, konstruktiv kritisch den Umgang mit den neuen gezielten Krebsmedikamenten zu reflektieren. Die DGHO fordert:

    • sorgfältige und langfristige ärztliche Überwachung aller Patienten bei der Behandlung mit den neuen Medikamenten, auch und gerade bei seltenen Erkrankungen
    • Transparenz aller Schritte der Nutzenbewertung nach dem AMNOG, einschließlich der Rabattverhandlungen
    • flexible Anpassung der Medikamentenpreise, orientiert am Bedarf und den Entwicklungskosten
    • Förderung der Entwicklung weiterer gezielter Medikamente vor allem für Erkrankungen, die bisher nicht wirksam behandelt werden können.

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